Harry schloß die Tür auf und betrat ihre Dienststelle in genau dem Augenblick, als die große Bahnhofsuhr sieben schlug, sieben Uhr früh. Mrs. Murphy sauste wie der Blitz an ihr vorbei; Tucker kam in gemächlicherer Gangart nach.

Ein leerer Postbehälter lockte Mrs. Murphy. Sie hüpfte hinein. Tucker beklagte sich, daß sie nicht hineinspringen konnte.

»Sei still, Tucker. Mrs. Murphy ist gleich wieder draußen - nicht wahr?« Harry beugte sich über den Behälter.

Mrs. Murphy starrte zu ihr hinauf und sagte:»Von wegen. Laß Tucker nur meckern. Sie hat heute morgen mein Katzenminze- Säckchen geklaut.«

Alles was Harry hörte, war ein Maunzen.

Die Corgihündin hörte jedes Wort.»Du bist ein richtiges Luder, Mrs. Murphy. Du hast massenhaft solche Säckchen.«

Mrs. Murphy legte die Pfoten auf den Rand des Behälters und lugte hinüber.»Na und? Ich habe nicht gesagt, daß du auch nur mit einem davon spielen darfst.«

»Laß das, Tucker.« Harry dachte, der Hund knurre völlig grundlos.

Draußen hupte es. Rob Collier, der den großen Postwagen fuhr, lieferte die Morgenpost. Um vier Uhr nachmittags würde er wiederkommen, um Post abzuholen.

»Du bist früh dran«, rief Harry ihm zu.

»Wollte dir 'nen Gefallen tun.« Rob lächelte. »Weil nämlich in genau einer Stunde Mrs. Hogendobber schnaufend und prustend vor dieser Tür stehen wird, um ihre Post zu holen.« Er ließ zwei große Postsäcke auf die Vordertreppe plumpsen und kehrte zum Wagen zurück. Harry trug die Säcke hinein.

»He, das hätte ich für dich machen können.«

»Ich weiß«, sagte Harry. »Ich brauch Bewegung.«

Tucker erschien in der Tür.

»Hallo, Tucker«, begrüßte Rob den Hund. Tucker wedelte mit dem Schwanz. »Na gut, weder Regen noch Glatteis noch Schnee und so weiter.« Rob rutschte hinters Lenkrad.



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