»Es sind fünfundzwanzig Grad um sieben Uhr früh, Rob. Ich an deiner Stelle würde mir keine Sorgen um das Glatteis machen.«

Er lächelte und fuhr los.

Harry öffnete den ersten Sack. Mrs. Hogendobbers Post lag zuoberst, ordentlich mit einem dicken Gummiband gebündelt. Wenn Rob Zeit hatte, legte er Mrs. Hogendobbers Post im Hauptpostamt in Charlottesville auf einen Extrahaufen. Harry steckte die Handvoll Briefe in den Schlitz des Postfachs. Danach begann sie, den Rest zu sortieren: Rechnungen, genügend Versandhauskataloge, um sämtliche Männer, Frauen und Kinder in den Vereinigten Staaten neu einzukleiden, und natürlich private Briefe und Postkarten.

Courtney Shiflett, Markets vierzehnjährige Tochter, erhielt eine Postkarte von Sally McIntire aus einem Ferienlager. Kelly Craycroft, der gutaussehende, reiche Inhaber einer Straßenbaufirma, war der Empfänger einer Glanzpostkarte aus Paris. Es war eine Fotografie von einem schönen Engel mit Flügeln. Harry drehte sie um. Es handelte sich um den Grabstein Oscar Wildes auf dem Friedhof Pere Lachaise. »Schade, daß Du nicht hier bist«, stand auf der Karte. Keine Unterschrift. Die Handschrift war eine Computerschrift, wie der Namenszug auf den Briefen, die man von seinem Kongreßabgeordneten kriegte. Harry seufzte und steckte die Karte in Kellys Postfach. Es wäre himmlisch, in Paris zu sein.

Schneebedeckte Alpen prangten majestätisch auf einer an Harry adressierten Postkarte von ihrer Freundin seit Kindertagen, Lindsay Astrove.

Liebe Harry,

bin in Zürich angekommen. Keine Gartenzwerge in Sicht.

Flug kein Problem. Bin sehr müde. Schreibe später

ausführlich.

Beste Grüße Lindsay

Es wäre himmlisch, in Zürich zu sein.

Bob Berryman, der größte Viehtransporthändler im Süden, erhielt einen eingeschriebenen Brief vom Finanzamt. Harry steckte ihn behutsam in sein Fach.



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