
Harrys beste Freundin, Susan Tucker, bekam ein großes Paket vom James River-Versand, vermutlich die reduzierten Baumwollpullover, die sie bestellt hatte. Susan, besonnen wie sie war, wartete immer den Ausverkauf ab. Sie war die »Mutter« von Tee Tucker, Tee genannt, weil Susan sie Harry beim siebten Tee im Farmington Golf Club geschenkt hatte. Mrs. Murphy, zwei Jahre älter als der Hund, war nicht erbaut gewesen, aber sie fand sich allmählich damit ab.
Eine Gary Larsen-Postkarte zog Harrys Aufmerksamkeit auf sich. Harry drehte sie um. Sie war an Fair Haristeen adressiert, Harrys baldigen Ex-Gatten (wenn auch nicht bald genug). »Durchhalten, Kumpel«, lautete die Botschaft von Stafford Sanburne. Harry schmiß die Postkarte in Fairs Fach.
Crozet war so klein, daß die Leute sich genötigt sahen, bei einer Scheidung für eine Seite Partei zu ergreifen. Vielleicht war sogar New York City so klein. Harry jedenfalls schwankte täglich zwischen Wut und Kummer, wenn sie einstige Freunde ihre Wahl treffen sah. Die meisten schlugen sich auf Fairs Seite.
Immerhin hatte sie ihn verlassen und damit andere Frauen in Albemarle County in Rage gebracht, die auch in einer miesen Ehe festsaßen, aber nicht den Mut hatten abzuhauen. Das waren eine Menge Frauen.
»Gott sei Dank haben sie keine Kinder«, zischelten viele Zungen hinter Harrys Rücken und ihr ins Gesicht. Harry pflichtete ihnen bei. Mit Kindern würde die vermaledeite Scheidung ein Jahr dauern. Ohne dauerte der Schwebezustand nur sechs Monate, und zwei hatte sie hinter sich.
Bis es acht Uhr schlug, waren die beiden Postsäcke zusammengefaltet, die Schließfächer gefüllt, der alte Fichtenbohlenboden saubergefegt.
Mrs. George Hogendobber, praktizierende Protestantin, holte jeden Morgen um Punkt acht Uhr ihre Post ab, außer sonntags, wenn sie das Evangelium hörte und das Postamt geschlossen war. Sie machte sich viele Gedanken über die Evolution. Sie war entschlossen zu beweisen, daß der Mensch nicht vom Affen abstammte, sondern vielmehr nach Gottes Ebenbild geschaffen war.
