Sie sprach nicht, sondern geleitete mich mit Gesten in einen anderen Raum und verriegelte dort die Tür. Ich erfreute mich ihrer auf der Stelle, zu welchem Zwecke sie keiner Ermutigung bedurfte, denn ihr Gatte war alt und ohne Zweifel pflichtvergessen. Dergestalt verstrich der Nachmittag rasch, bis wir Anzeichen der Rückkehr des Hausherren vernahmen. Unverzüglich erhob sich das Weib und verließ mich, ohne in meiner Gegenwart ein Wort geäußert zu haben, und mir verblieb es, eilends meine Gewänder zu ordnen. Nun wäre ich gewißlich ertappt worden, wären da nicht die nämlichen zahllosen Schlösser und Riegel gewesen, welche des Geizigen Zutritt zu seinem eigenen Heim erschwerten. Dennoch fand mich der Kaufmann ibn-Quarin in dem angrenzenden Räume, und er betrachtete mich mit Argwohn und fragte, weshalb ich mich dort befände und nicht im Hofe, wo es sich für einen Boten zu warten geziemte. Ich erwiderte, daß ich dürstete und darbte und Speise und Schatten gesucht hätte. Dies war eine armselige Lüge, und er glaubte sie nicht; er beklagte sich beim Kalifen, welcher, wie ich wußte, insgeheim Vergnügen empfand und sich doch zwang, vor der Öffentlichkeit eine strenge Miene zu wahren. Als daher der Herrscher der Saqaliba um eine Gesandtschaft des Kalifen ersuchte, drängte der nämliche gehässige ibn-Quarin, daß ich entsandt werden möge, und so widerführ es mir. In unserer Gesellschaft befand sich der Gesandte des Königs der Saqaliba, welcher Abdallah ibn-Bastu al-Hazari hieß, ein ermüdender und hochtrabender Mann, welcher übermäßig redete. Ferner waren da Takin al-Turki, Barsal-Saqlabi, beides Führer auf der Reise, und überdies ich. Wir führten Geschenke für den Herrscher, für sein Weib, seine Kinder und seine Befehlshaber mit uns. Des weiteren brachten wir bestimmte Arzneien, welche in die Obhut des Sausan al-Rasi übergeben worden waren. Dies war unsere Gruppe. So brachen wir am Donnerstag, dem elften Safar des Jahres 309 (21.


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