Ich mußte ihn vor dem Feuer auftauen. Ich verbrachte Tag und Nacht in einem Hause, welches sich innerhalb eines weiteren Hauses befand, in welchem ein türkisches Filzzelt aufgeschlagen war, und ich selbst war in zahllose Kleider und Fellstücke gehüllt. Doch all dem zum Trotze hafteten meine Wangen des Nachts häufig an den Pfühlen. In dieser äußersten Kälte sah ich zuweilen, wie die Erde große Risse bildete und wie sich davon ein großer und alter Baum in zwei Hälften spaltete.

Ungefähr um die Mitte des Sawwal im Jahre 309 (Februar 922) veränderte sich das Wetter, der Fluß taute, und wir besorgten uns die für die Reise notwendigen Dinge. Wir erstanden türkische Kamele und aus Kamelhäuten gefertigte Lederboote in Erwartung der Flüsse, welche wir im Lande der Türken würden überqueren müssen. Wir lagerten einen Vorrat an Brot, Hirse und Salzfleisch für drei Monate ein. Unsere Bekannten in der Stadt wiesen uns an, Gewänder einzulagern, so vieler wir bedürften. Sie schilderten die bevorstehende Mühsal in furchtbaren Tönen, und wir glaubten, sie übertrieben bei ihren Erzählungen, doch als wir uns derselben unterzogen, war sie weitaus größer, denn was man uns erzählt hatte. Ein jeglicher von uns legte eine Jacke an, darüber einen Mantel, darüber einen Tulup, darüber einen Burka und einen Helm aus Filz, aus welchem nur mehr die beiden Augen blickten. Des weiteren trugen wir ein schlichtes Paar Unterzieher mit Hosen darüber und Hausschuhe und über diesen ein weiteres Paar Stiefel. Wenn einer von uns ein Kamel bestieg, konnte er sich cb seiner Kleidung nicht bewegen.

Der Doktor der Rechte und der Lehrer und die Pagen, die mit uns von Bagdad gereist waren, verließen uns nun, da sie sich vor dem Betreten dieses neuen Landes fürchteten, und so zogen ich, der Gesandte, sein Schwager und die zwei Pagen Takin und Bars weiter. (Das gesamte Manuskript hindurch ist Ibn Fadlan ungenau, was die Größe und Zusammensetzung seiner Gruppe angeht.



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