"Jetzt wird das gespeichert und an den HXG weitergegeben, der es in genetischen Code umsetzt. Das dauert eine Weile. Dann geht’s ab damit in den Uterator, dann in die Brutkammer, und in ein paar Wochen ist’s soweit."

Eine rote Leuchtdiode an der Frontseite des Rechners kommentierte den Speichervorgang mit hektischem, unregelmäßigem Blinken, und der große grüne Apparat begann hörbar zu arbeiten.

Später, nachdem er den Computer abgeschaltet und das dünne Glasröhrchen, das die synthetisch erzeugte Zygote enthielt, in den Uterator praktiziert hatte, meinte er: "Weißt du, das Gute an den Dolls ist, daß sie einen unabhängiger machen. Es ist wirklich erstaunlich, wie sich das Verhältnis zu Frauen ändert, wenn man keine unbefriedigten Begierden mehr mit sich herumschleppen muß. Das ist wie ein gebrochenes Monopol, findest du nicht? Man ist nicht mehr auf richtige Frauen angewiesen. Sie interessieren mich kaum noch. Eine Frau muß schon etwas Besonderes bieten, um für mich noch interessant zu sein."

"Hast du eine eigene Doll?" fragte ich.

"Ja, klar, zur Zeit sogar zwei. Die eine ist ein Rasseweib, ein richtiges Meisterwerk. Auch vom Verhalten, vom Temperament her echt gelungen. Ich hab’ auch schon einen Interessenten für sie. Ich probier’ alle meine neuen Dolls aus, weißt du?"

Er starrte eine Weile gedankenverloren aus dem Fenster, über das Lichtermeer der Stadt.

"Die andere ist schon ziemlich alt; fünf Jahre. Meine erste, aus dem Praktikum. Ist mir damals eigentlich ziemlich mißlungen, aber ich hab mich eben an sie gewöhnt. Sie wird’s wohl nicht mehr lange machen, ist dauernd krank, baut ab. Viel älter werden Dolls ja nicht, auch heute noch nicht…"

Ein schmerzlicher Unterton hatte sich in den Klang seiner Stimme geschlichen. Er griff nach der Diskettenschachtel, energisch, als wollte er einen Gedanken oder ein Gefühl abschütteln.

© 1991

Garten Eden



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