Tonak war die Situation unbehaglich. »Hallo, Gham’bia.«

»Tja, ich glaube, ich muß jetzt weiter, meinen Pflichten als Gastgeber nachkommen«, meinte Onkel Peret, wie nicht anders zu erwarten gewesen war. »Unterhaltet euch schön, ihr zwei. Wir sehen uns später, Tonak, ihr seid ja noch ein paar Tage hier.«

Er bedachte sie mit einem Lächeln, das wohl harmlos wirken sollte, aber nur sehr künstlich aussah, und verschwand rasch zwischen den anderen Gästen.

Die Sonne war dabei unterzugehen, und Dämmerung senkte sich über die Landschaft. Ein sanfter Wind strich durch die Bäume, fremdartiges Zirpen ertönte von irgendwoher. Auf den Tischen brannten Kerzen in gläsernen Schalen, und Fackeln beleuchteten das Buffet und die Wege.

»Tut mir leid, Tonak, daß ich gerade so pampig war«, sagte Gham’bia. »Es hat nichts mit dir zu tun. Ich hasse es nur, wie er mich dauernd umherkommandiert – tu dies, tu das! Oh Gott! Und dauernd versucht er, mich zu verkuppeln. Als ob ich wer weiß wie häßlich wäre und trickreich an den Mann gebracht werden müßte.«

»Also häßlich bist du nicht«, entfuhr es Tonak, der fast rot wurde, als ihm die Kühnheit seines spontanen Ausrufs zu Bewußtsein kam. »Entschuldige.«

»Wieso denn, ist doch ein nettes Kompliment«, kicherte das Mädchen belustigt und schlug dann vor: »Magst du ein bißchen mit mir durch den Park spazieren?«

»Ja, gern. Ich muß nur meinen Teller irgendwo hinstellen.«

Als sie die Treppen hinuntergingen, die in den Park führten, betrachtete er sie verstohlen von der Seite. Sie hatte langes schwarzes Haar und ziemlich dunkle, samtene Haut. Vielleicht sechzehn, schätzte er. Sie wirkte irgendwie praktisch und lebenserfahren.

»Was ist das für ein Mann, den deine Schwester geheiratet hat?« fragte er, mehr aus dem Wunsch heraus, als gewandter Gesprächspartner zu erscheinen als aus wirklichem Interesse.

»Bjoot?« Sie gluckste. »Diese blasse Type? Dieser zum Erbrechen langweilige Kleiderständer? Dieser Inhaber der einzigen vakuumgefüllten Hirnschale auf diesem Planeten? Er arbeitet in irgendeiner Verteilungsbehörde, und wahrscheinlich rechnet er sich jetzt Karrierechancen aus, weil seine Schwiegermutter im Rat der Regierung sitzt.«



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