Außer dieser Äußerung hatte er nichts über den Grund seiner Anwesenheit gesagt. Am nächsten Morgen war er einfach davongeritten. Er hatte gesagt, dass er in Oporto logiere, und folglich hatte er Mrs Savage und ihre Tochter hier kennengelernt. Sharpe fragte sich, weshalb Colonel Christopher die Witwe nicht überredet hatte, viel früher aus Oporto abzureisen.

»Fertig, Sir«, sagte Hagman. »Sie werden jetzt den Wind spüren wie ein frisch geschorenes Schaf.«

»Sie sollten sich das eigene Haar schneiden lassen, Dan«, sagte Sharpe.

»Das schwächt einen irgendwie furchtbar.« Hagman runzelte die Stirn, als zwei Kanonenkugeln vom Hügelhang auf die Straße prallten und eine davon einem portugiesischen Kanonier ein Bein abriss. Sharpes Männer beobachteten mit ausdruckslosen Mienen, wie die Kanonenkugel weiterrollte und Blut verspritzte wie ein Feuerrad, bis sie schließlich von einer Gartenmauer jenseits der Straße aufgehalten wurde.

Hagman lachte. »Komisch, ein Mädchen ›Einsicht‹ zu nennen. Das ist ein Fantasiename. Es ist nicht nett, ein Mädchen Einsicht zu nennen.«

»Es steht in dem Buch, Dan«, sagte Sharpe. »Bestimmt hat sich der Schriftsteller etwas dabei gedacht.« Er stieg auf die Veranda und wollte die Haustür aufziehen, doch sie war verschlossen. Wo, zur Hölle, war Colonel Christopher?

Weitere Portugiesen zogen sich vom Hang zurück, und diese Männer waren so in Angst und Schrecken versetzt, dass sie beim Anblick der britischen Soldaten nicht anhielten, sondern einfach weiterrannten. Die portugiesische Kanone wurde auf ihre Lafette geladen, und Musketenkugeln peitschten gegen die Zedern und knallten gegen die Ziegel und Fensterläden des Hauses Beautiful. Sharpe hämmerte gegen die verschlossene Tür, erhielt jedoch keine Antwort.



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