
»Sir?«, rief Sergeant Patrick Harper und wies zur Seite des Hauses.
Sharpe trat von der Tür fort und sah Lieutenant Colonel Christopher vom Stall heranreiten. Der Colonel, der mit Säbel und Pistole bewaffnet war, pulte mit einem Zahnstocher im Mund herum, was er häufig tat, denn er war stolz auf seine makellosen Zähne, wenn er strahlend lächelte. Er wurde von seinem portugiesischen Diener begleitet, der auf dem Ersatzpferd seines Herrn saß und einen großen Koffer im Arm hielt, der so mit Spitze, Seide und Satin vollgestopft war, dass er nicht geschlossen werden konnte.
Colonel Christopher zügelte sein Pferd, nahm den Zahnstocher aus dem Mund und starrte Sharpe erstaunt an. »Was, um Himmels willen, tun Sie hier, Lieutenant?«
»Ich habe den Befehl, bei Ihnen zu bleiben, Sir«, antwortete Sharpe. Er blickte wieder zum Koffer. Hatte Christopher im Haus Beautiful geplündert?
Der Colonel sah, wohin Sharpe schaute, und fuhr seinen Diener an: »Schließen Sie den Koffer, verdammt!« Obwohl der Diener gutes Englisch sprach, benutzte Christopher Portugiesisch, dann blickte er wieder zu Sharpe. »Captain Hogan hat Ihnen befohlen, bei mir zu bleiben? Ist das korrekt?«
»Jawohl, Sir.«
»Und wie, zum Teufel, soll das gehen? Ich habe ein Pferd, Sharpe, und Sie haben keins. Wollen Sie und Ihre Männer vielleicht abhauen?«
»Captain Hogan hat mir einen Befehl erteilt, Sir«, antwortete Sharpe stur. Er hatte als Sergeant gelernt, mit schwierigen Offizieren zurechtzukommen: wenig sagen, es tonlos sagen und, wenn nötig, alles wiederholen.
»Welchen Befehl haben Sie?«, fragte Christopher geduldig.
»Bei Ihnen bleiben, Sir. Ihnen helfen, Miss Savage zu finden.«
Colonel Christopher seufzte. Er war ein schwarzhaariger Mittvierziger, der immer noch gut aussah und nur ein wenig an den Schläfen ergraut war. Er trug eine schwarze Reithose und einen roten Rock mit schwarzen Aufschlägen. Diese schwarzen Aufschläge hatten Sharpe bei seinem ersten Treffen mit dem Colonel veranlasst, ihn zu fragen, ob er im »Schmutzigen Halben Hundert«, dem 50. Regiment, gedient hatte, aber der Colonel hatte die Frage als Anmaßung betrachtet.
