Sharpe hörte ein Haubitzengeschoss, das wie das Rollen eines Fasses über Bodendielen klang. Er blickte auf zu der Rauchspur und ihrer Kurve am Himmel, um festzustellen, wo die Haubitze in Stellung gebracht worden sein musste.

»Sie sind schon verdammt nah«, murmelte er.

»Sie werden diese armen Blumen ersäufen«, sagte Sergeant Harper und fügte hastig »Sir« hinzu, als er Sharpes Miene sah.

Das Haubitzengeschoss explodierte irgendwo über dem Gewirr der Gassen nahe beim Fluss, und einen Herzschlag später steigerte sich der Beschuss zu einem anhaltenden Donnern.

Eine neue Batterie, dachte Sharpe. Sie muss direkt vor der Stadt abgeprotzt worden sein, vielleicht eine halbe Meile von mir entfernt, und sie beschießt vermutlich die Flanke der großen nördlichen Schanze. Das Musketenfeuer, das wie das Brechen von trockenen Zweigen klang, ging in ein zeitweilig aussetzendes Knattern über, als sei die verteidigende Infanterie auf dem Rückzug. Einige ergriffen tatsächlich die Flucht, und Sharpe konnte es ihnen kaum verdenken. Eine große und schlecht organisierte portugiesische Streitmacht, angeführt vom Bischof von Oporto, versuchte zu verhindern, dass Marschall Soults Armee die Stadt - die zweitgrößte in Portugal - einnahm, und die Franzosen waren im Begriff zu siegen. Die Straße in die Sicherheit führte am Vorgarten des Hauses Beautiful vorbei, und die blau uniformierten Soldaten des Bischofs stürzten den Hügel hinab, so schnell sie konnten. Erst als sie die grün berockten britischen Schützen sahen, verlangsamten sie zum Schritttempo, wie um zu zeigen, dass sie nicht in Panik gerieten.

Sharpe nahm an, dass dies ein gutes Zeichen war.



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