
Unterdessen wurde Miss Savage immer noch vermisst.
Captain Hogan erschien auf der vorderen Veranda. Er schloss behutsam die Tür hinter sich, blickte zum Himmel und fluchte ärgerlich. Sharpe knöpfte seine Hose zu, und seine zwei Dutzend Schützen inspizierten ihre Waffen, als hätten sie solche Dinge nie zuvor gesehen. Captain Hogan fügte ein paar weitere unfeine Worte hinzu und spuckte dann aus, als eine Kanonenkugel gar nicht so weit einschlug.
»Das ist eine verdammte Scheiße, Richard.« Der Captain zog seine Schnupftabakdose aus der Tasche und inhalierte eine Prise.
»Gesundheit«, sagte Sergeant Harper.
Captain Hogan nieste, und Harper lächelte.
»Ihr Name«, sagte Hogan und ignorierte Harper, »ist Katherine, kurz Kate. Kate Savage, neunzehn Jahre alt beziehungsweise jung, eine Zicke, wie sie im Buche steht. Sie braucht dringend jemanden, der ihr die Flausen austreibt.«
»Und wo, zum Teufel, ist sie?«, fragte Sharpe.
»Ihre Mutter meint, sie ist vielleicht in Vila Real de Zedes«, sagte Captain Hogan, »wo auch immer in Gottes Namen das sein mag. Die Familie hat dort ein Anwesen, auf dem sie den Sommer verbringt, um der Hitze zu entkommen.«
»Und warum sollte sie dorthin gehen, Sir?«, fragte Sergeant Harper.
»Weil sie ein vaterloses, neunzehnjähriges Mädchen ist, das seinen eigenen Weg gehen will. Sie hat sich mit ihrer Mutter überworfen. Weil sie so verdammt zickig ist, verdient sie mal eine ordentliche Abreibung. Sie ist jung und meint, sie könnte immer ihren Kopf durchsetzen.« Hogan war ein stämmiger Ire in mittlerem Alter, ein Königlicher Pionier, mit klug wirkendem Gesicht, graumeliertem Haar und einer gütigen Art. »Weil sie ein Dummkopf ist, geht sie dorthin«, beendete er die Antwort auf Sergeant Harpers Frage.
