»Von der Schützenlinie aus sieht jeder General gleich aus«, sagte Hagman, »und wer weiß, ob Sir Arthur wirklich kommen wird. Es war schließlich nur ein Gerücht, dass Sir Arthur Wellesley von General Cradock das Kommando übernimmt, und nicht jeder hat es geglaubt. Viele dachten, die Briten würden sich zurückziehen, sie sollten das Spiel aufgeben und den Franzosen Portugal überlassen. Drehen Sie den Kopf bitte ein wenig nach rechts, Sir.«

Er schnitt eifrig weiter an Sharpes Haaren herum, hielt nicht mal inne, als eine Kanonenkugel in die kleine Kirche auf dem Hügel schlug. Eine Staubwolke war neben dem weiß getünchten Kirchturm zu sehen, in dem sich plötzlich ein Riss befand. Die portugiesische Kavallerie war vom Rauch des Geschützes eingehüllt worden, und in der Ferne schmetterte eine Trompete. Musketenfeuer setzte ein, dann herrschte Stille. Ein Gebäude musste jenseits der Hügelkuppe in Brand geraten sein, denn ein großer Rauchpilz stieg auf, zerfaserte und trieb westwärts.

»Warum würde jemand sein Haus ›Beautiful‹ nennen?«, überlegte Hagman verwundert.

»Ich wusste gar nicht, dass Sie lesen können, Dan«, sagte Sharpe.

»Das kann ich nicht, aber Isaiah hat es mir vorgelesen.«

»Tongue!«, rief Sharpe. »Warum würde jemand sein Haus ›Beautiful‹ nennen?«

Isaiah Tongue, lang und dünn und gebildet, der zur Armee gegangen war, weil er als Trunkenbold seinen respektablen Job verloren hatte, grinste breit. »Weil er ein guter Protestant ist, Sir.«

»Ein guter - was?«

»Es ist aus einem Buch von John Bunyan«, erklärte Tongue. »Es heißt Pilgerreise zur seligen Ewigkeit.«

»Davon habe ich gehört«, murmelte Sharpe.

»Einige Leute betrachten es als Pflichtlektüre«, sagte Tongue. »Es ist die Geschichte der Reise einer Seele von der Sünde bis zur Erlösung, Sir.«

»Genau das Richtige für Sie, um des Nachts bei Kerzenschein zu schmökern«, sagte Sharpe.



8 из 343