
»Sieht fast wie bei einer Silvesterfeier aus«, sagte er und blickte auf, als eine Musketenkugel von einem Dachziegel abprallte. Er zog eine Schere aus der Tasche. »Soll ich Ihnen die Haare schneiden, Sir?«
»Warum nicht, Dan«, sagte Sharpe. Er setzte sich auf die Verandatreppe und nahm seinen Tschako ab.
Sergeant Harper überprüfte, dass die Posten den Norden beobachteten. Ein Trupp portugiesischer Kavallerie war auf dem Hügelhang erschienen, wo die einzige Kanone tapfer feuerte.
Das Knattern von Musketenfeuer bewies, dass einige Infanterie noch kämpfte, aber immer mehr Soldaten zogen sich am Haus vorbei zurück, und Sharpe wusste, dass der Widerstand der Stadt bald ganz zusammenbrechen würde. Hagman begann Sharpes Haare zu schneiden.
»Sie mögen es nicht, wenn es über die Ohren fällt, richtig?«
»Ich mag es kurz, Dan.«
»Kurz wie eine gute Predigt, Sir«, sagte Hagman. »Halten Sie bitte still, Sir, sonst schneide ich noch was Falsches ab.« Hagman zerschnitt eine Laus. Er spuckte auf den Blutstropfen auf Sharpes Haaren und wischte ihn ab. »Die Franzmänner werden also die Stadt einnehmen, Sir?«
»Sieht so aus«, sagte Sharpe.
»Und sie werden als Nächstes nach Lissabon marschieren?«, fragte Hagman und schnitt eifrig weiter.
»Es ist ein weiter Weg bis Lissabon«, sagte Sharpe.
»Vielleicht, Sir, aber es sind schrecklich viele und wir sind nur wenige.«
»Aber es heißt, Wellesley kommt her«, sagte Sharpe.
»Das beteuern Sie uns dauernd, aber kann er tatsächlich Wunder bewirken?«
»Sie haben in Kopenhagen gekämpft, Dan«, sagte Sharpe, »und hier an der Küste.« Er bezog sich auf die Schlachten von Rolica und Vimeiro. »Da konnten Sie es selbst sehen.«
