
Fernando.
Ich will sie doch besuchen.
Postmeisterin.
Das tun Sie. Manchmal läßt sie uns invitieren, die Frau Amtmännin, die Frau Pfarrerin und mich, und diskuriert mit uns von allerlei. Freilich hüten wir uns, sie an den gnädigen Herrn zu erinnern. Ein einzigmal geschah's. Gott weiß, wie's uns wurde, da sie anfing, von ihm zu reden, ihn zu preisen, zu weinen. Gnädiger Herr, wir haben alle geweint wie die Kinder, und uns fast nicht erholen können.
Fernando vor sich.
Das hast du um sie verdient! —
Laut.
Ist meinem Bedienten ein Zimmer angewiesen?
Postmeisterin.
Eine Treppe hoch. Karl, zeig dem gnädigen Herrn das Zimmer!
Fernando mit dem Jungen ab.
Lucie, Annchen kommen.
Postmeisterin.
Nun, wie ist's?
Lucie.
Ein liebes Weibchen, mit der ich mich vertragen werde. Sie haben nicht zuviel von ihr gesagt. Sie wollt mich nicht lassen. Ich mußte ihr heilig versprechen, gleich nach Tisch mit meiner Mutter und dem Gepäck zu kommen.
Postmeisterin.
Das dacht ich wohl! Ist's jetzt gefällig zu essen? Noch ein schöner langer Offizier ist angefahren, wenn Sie den nicht fürchten.
Lucie.
Nicht im geringsten. Mit Soldaten hab ich lieber zu tun als mit andern. Sie verstellen sich wenigstens nicht, daß man die Guten und Bösen gleich das erste Mal kennt. Schläft meine Mutter?
Postmeisterin.
Ich weiß nicht.
Lucie.
Ich muß doch nach ihr sehn.
Ab.
