
Bis endlich Unterstützung gekommen war, sie den Leichnam in die Kirche geschafft und sich danach im Wirtshaus gestärkt hatten, dämmerte bereits der Morgen.
Die Reiter und ihre Pferde waren bei der Heimkehr so leise wie möglich, aber Bolitho wußte, daß seine Mutter sie trotzdem hören und erwarten würde.
Als sie herbeieilte, um sie zu begrüßen, sagte er in bestimmtem Ton:»Nein, Mutter. Geh lieber wieder ins Bett!«Sie betrachtete ihn seltsam und lächelte dann.»Wie gut, wieder einen Mann im Haus zu haben«, sagte sie.
II Die Avenger
Bolitho und Dancer traten durch die Vordertür ein und stampften Schnee und Schlamm von den Stiefeln. Ihre Gesichter und Hände prickelten vor Kälte nach dem scharfen Ritt über das Vorland. Es hatte fast aufgehört zu schneien; hier und da ragte Ginster oder sonstiges Gestrüpp aus dem Schnee wie Seegras aus einer zerrissenen Matratze.
Bolitho bemerkte leise:»Wir haben Besuch, Martyn. «Schon im Hof hatte er die Kutsche gesehen und die beiden prächtigen Pferde, die von Corler und dem Stallknecht betreut wurden. Das Wappen am Wagenschlag hatte er als das Sir Henry Vyvyans erkannt, eines reichen und mächtigen Landedelmannes, dessen ausgedehnte Besitzungen etwa zehn Meilen westlich von Falmouth lagen. Außerdem war er ein höchst geachteter Landvogt.
Sir Henry stand vor dem prasselnden Kaminfeuer und sah Mrs. Tremayne zu, die einen Krug Punsch bereitete. Sie hatte hierfür ihr eigenes Rezept mit sorgfältig abgestimmten Zugaben von Zucker, Gewürzen und geschlagenem Dotter. Vyvyan war eine eindrucksvolle Erscheinung: groß, breitschultrig, mit einer mächtigen Hakennase. Beherrschend in seinem Gesicht war jedoch eine schwarze Klappe über dem linken Auge. Von der Stirn über die Augenhöhle bis zum Wangenknochen zog sich eine fürchterliche Narbe. Das Auge mußte wie mit einer riesigen Klaue herausgerissen worden sein. Als Bolitho noch klein war, hatte er vor diesem Mann schreckliche Angst gehabt.
