Das unversehrte Auge fixierte jetzt die beiden Fähnriche, dann sagte Vyvyan mit dröhnender Stimme:»Freut mich, Sie wiederzusehen, mein Junge, auch Ihren Freund. «Er blickte Bolithos Mutter an, die am Fenster saß.»Sie müssen stolz auf ihn sein, Madam.»

Bolitho wußte, daß Vyvyan seine Zeit nicht mit zwecklosen Besuchen vertrödelte. Er galt bei vielen als rätselhaft, obgleich seine schnelle Ahndung von Wegelagerei und Straßenraub auf seinen Ländereien bekannt und allgemein respektiert war. Man sagte, er habe sein Vermögen erworben, indem er Franzosen und Spanier kaperte, andere wiederum deuteten Sklavenhandel und Rumschmuggel an. Vielleicht hatten sie auch alle unrecht, dachte Bolitho.

Seltsam, wie unwirklich ihnen bereits der Tod des Zollbeamten erschien, während sie über die ausgefahrene Küstenstraße galoppiert waren. Es war jetzt zwei Nächte her, seit sie mit dem Schwachsinnigen bei der Leiche gestanden hatten. Jetzt, bei blauem Himmel, von dem der Wind die letzten Wolken und somit auch die Schatten von den verschneiten Hängen gefegt hatte, kam ihnen alles nur wie ein böser Traum vor. Vyvyans tiefe Stimme fuhr fort:»Deshalb sagte ich mir, Madam, da Richter Roxby und seine Familie sich in Bath amüsieren, da das Militär sich auf unsere Kosten eine schöne Zeit macht — wer anderer als ich selbst soll nach Falmouth hinüber und die Mühe und die Verantwortung für diesen Fall auf sich nehmen? Ich sehe es als meine Pflicht an, zumal der arme Tom Morgan einer meiner Pächter war. Er wohnte am Rand von Helston, ein kräftiger, zuverlässiger Mann. Man wird ihn sehr vermissen, besonders seine Familie.»

Bolitho beobachtete seine Mutter, sah die Erleichterung in ihrem ebenmäßigen Gesicht.



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