in der Welt

46. Vom Genügen

Wenn die Welt dem rechten Weg folgt

ziehen die Pferde den Jauchewagen

Wenn die Welt den rechten Weg verläßt

züchtet man Streitrosse an den Grenzen

Keine größere Schwäche

als das Begehren

Kein größeres Unheil

als Unzufriedenheit

Keine größere Sünde

als die Habgier

Erkenne darum

dass genug genug ist

und immer genügen wird

47. Vom Inneren Wissen

Ohne aus dem Haus zu gehen

kannst du die Welt erkennen

Ohne aus dem Fenster zu sehen

kannst du den rechten Weg erkennen

Je weiter deine Reise dich fortführt

desto geringer deine Erkenntnis

Darum der Weise:

erkennt ohne zu reisen

versteht ohne zu sehen

vollendet ohne zu handeln

48. Vom Nicht-Tun

Wer Gelehrsamkeit sucht

lernt täglich dazu

Wer den rechten Weg sucht

verliert täglich etwas

weniger und weniger

bis das Nicht-Tun erreicht ist

Wird nichts mehr getan

bleibt nichts ungetan

Durch Nicht-Tun

wird die Welt gewonnen

Durch Tun

wird die Welt verloren

49. Vom Weisen und dem Volk

Der Weise hat keine Sorge um sich

er hat Sorge um alle Menschen

Er ist gut zu den Guten

er ist gut zu den Schlechten

denn Tugend ist Güte

Er ist ehrlich zu den Ehrlichen

er ist ehrlich zu den Unehrlichen

denn Tugend ist Ehrlichkeit

Der Weise lebt behutsam und demütig



17 из 30