
Erzeugen und ernähren
Innehaben doch nicht zu besitzen
Wirken doch nicht beanspruchen
Leiten doch nicht zu beherrschen
das ist ursprüngliche Tugend
11. Vom Nutzen der Leere
Dreißig Speichen treffen die Nabe
Die Leere in der Mitte
macht das Rad
Ton formt man zu einem Krug
Die Leere in der Mitte
macht das Gefäß
Türen und Fenster bricht man in Mauern
Die Leere in der Mitte
macht das Haus
Darum:
Die Form entsteht aus dem Sein
Die Verwendung aus dem Nicht-Sein
12. Vom Überfluss
Zuviele Farben gefährden das Sehen
Zuviele Töne töten das Hören
Zuviele Kost kostet den Geschmack
Zuviel Zerstreuung erzeugt Verwirrung
Zuviel Besitz besitzt den Besitzenden
Darum der Weise:
achtet auf das Innere
nicht auf das Äußere
Er gibt jenes auf
und erhält dieses
13. Vom Selbst
Glück und Unglück verursachen Furcht
Leben und Tod liegen in unserem Selbst
Was heißt:
Glück und Unglück verursachen Furcht?
Glück zu erlangen,
Glück zu verlieren
ist zu fürchten
Was heißt:
Leben und Tod liegen in unserem Selbst?
Die Wurzel unserer Angst
liegt im Selbst
Wenn wir selbstlos sind
wovor sollten wir Angst haben?
Darum:
Wer die Welt als sein Selbst achtet
dem kann man die Welt überlassen
Wer die Welt als sein Selbst liebt
dem kann man die Welt anvertrauen
14. Vom Urtümlichen
