Wer es ansieht, sieht es nicht

es ist das Unsichtbare

Wer es anhört, hört es nicht

es ist das Unhörbare

Wer es anfasst, fasst es nicht

es ist das Unfassbare

Diese Drei sind untrennbar

sie sind verbunden und das Eine

Sein Aufgehen ohne Helligkeit

sein Untergehen ohne Dunkelheit

Es ist das Unendliche

Es ist das Unnennbare

Es verschwindet im Wiederkehren

Es ist die Form des Formlosen

Es ist das Bild des Bildlosen

unbegreiflich und unerkennbar

Vor ihm ist kein Anfang

Nach ihm ist kein Ende

Wer dem Tao der Vergangenheit folgt

führt das Dasein in der Gegenwart

Wer um den Anfang weiß

kennt den rechten Weg

15. Von den alten Weisen

Die alten Weisen

waren im Tao bewandert

weise und tiefsinnig

verborgen und unerkannt

nicht zu ergründen

nur zu beschreiben:

Ihre Haltung war

behutsam, wie beim Überqueren eines Flusses im Winter

vorsichtig, wie bei drohender Gefahr

zurückhaltend, wie willkommene Gäste

nachgebend, wie schmelzendes Eis

einfach, wie rohes Holz

offen, wie ein weites Tal

anspruchslos, wie trübes Wasser

Wer wie ein trübes Wasser sein kann

kann in Stille zur Klarheit gelangen

Wer in Bewegung behutsam ist

kann in Ruhe zur Beständigkeit gelangen

Wer dem Weg folgt

sucht nicht den Überfluss

Weil er nicht den Überfluss sucht

bleibt er unvollendet

weder alt noch neu

16. Vom Ewigen

Erreiche die große Leere

bewahre die tiefe Stille



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