
»Es ist nur zu Ihrer eigenen Sicherheit, Sir«, sagte einer der Sanitäter. »Das sagt Ihr, geht weg von mir! Sicherheit ist die letzte Zuflucht des Halunken!«
Baker war beeindruckt von der Art, wie die Sanitäter den Kerl behandelten, mit sanften und doch festen Bewegungen schnallten sie ihn fest. Und ähnlich beeindruckt war er von der zierlichen dunkelhaarigen Frau in einem weißen Mantel, die nun zu ihnen stieß. »Ich bin Beverly Tsosie«, sagte sie und gab ihnen die Hand. »Ich bin die diensthabende Arztin.« Sie war sehr ruhig, obwohl der Mann auf der Bahre nicht aufhörte zu schreien, während er in die Unfallstation geschoben wurde. »Quondam-Raum macht mich schaun...«
Jeder im Wartezimmer sah ihn an. Baker bemerkte einen zehn-oder elfjährigen Jungen, der, den Arm in einer Schlinge, neben seiner Mutter auf einem Stuhl saß und den Alten neugierig anstarrte. Der Junge flüsterte seiner Mutter etwas zu. Der Alte sang: »Wohiiin ich gehöööör... «
Dr. Tsosie fragte: »Wie lange ist er schon so?« »Von Anfang an. Seit wir ihn gefunden haben.« »Außer wenn er schlief«, ergänzte Liz. »War er je bewußtlos?« »Nein.«
»Übelkeit, Erbrechen?« »Nein.«
»Und wo haben Sie ihn gefunden? Hinter dem Corazon Canyon?« »Zehn oder fünfzehn Kilometer dahinter.« »Da draußen ist nicht viel.« »Sie kennen die Gegend.«
»Ich bin dort aufgewachsen.« Sie lächelte dünn. »Chinle.« Sie schob den noch immer schreienden alten Mann durch eine Pendeltür. »Wenn Sie bitte hier warten«, sagte Doktor Tsosie. »Ich komme dann zu Ihnen, sobald ich mehr weiß. Wird wahrscheinlich eine Weile dauern. Vielleicht wollen Sie etwas zu Mittag essen.« Eigentlich war Beverly Tsosie Ärztin am University Hospital in Al-buquerque, aber in letzter Zeit kam sie zwei Tage pro Woche nach Gallup, um ihrer Großmutter zu helfen, und an diesen Tagen arbeitete sie jeweils eine Schicht in der Unfallstation des McKinley, um sich etwas dazuzuverdienen.
