
»Der Kerl hat absolut keine Expositionssymptome. Keine Dehy-dration, keine Ketose. Er hat nicht einmal Sonnenbrand.«
»Glauben Sie, daß ihn jemand ausgesetzt hat? Jemand, der keine Lust mehr hatte, daß Opa dauernd mit der Fernbedienung rumspielt?«
»Ja, das nehme ich an.«
»Und was ist mit seinen Fingern?«
»Ich weiß es nicht«, sagte sie. »Er hat irgendwie ein Durchblutungsproblem. Seine Fingerspitzen sind kalt und stark gerötet, es könnten sich Gangräne entwickeln. Aber was es auch ist, es hat sich verschlimmert, seit er im Krankenhaus ist.« »Ist er Diabetiker?« »Nein.« »Raynaud- Syndrom?« »Nein.«
Nieto stellte sich ans Bett und betrachtete die Finger. »Nur die Fingerspitzen sind betroffen. Die Schädigung ist rein distal.« »Genau«, entgegnete sie. »Wenn man ihn nicht in der Wüste gefunden hätte, würde ich sagen, das sind Erfrierungen.« »Haben Sie ihn auf Schwermetalle untersucht, Bev? Das könnte nämlich eine Schwermetallvergiftung sein. Kadmium oder Arsen. Das würde die Finger erklären und auch seine Demenz.«
»Ich habe ihm Blutproben abgenommen. Aber Schwermetalltests werden nur in der Uniklinik in Albuquerque gemacht. Die Ergebnisse bekomme ich erst nach zweiundsiebzig Stunden.«
