
An diesem Nachmittag war Doniger noch nicht erschienen. John Gordon, Donigers stämmiger Vizepräsident, glaubte zu wissen, warum. Sein Handy am Ohr, ging er nun langsam auf die Tür zu. Gordon war früher Projektleiter bei der Air Force gewesen, und er hatte noch immer ein militärisches Auftreten. Sein blauer Geschäftsanzug war frisch gebügelt, und seine schwarzen Schuhe glänzten. »Verstehe, Officer«, sagte er in sein Handy und schlüpfte zur Tür hinaus. Wie Gordon vermutet hatte, marschierte Doniger wie ein hyperaktives Kind draußen im Korridor auf und ab, während Diane Kramer, die Leiterin der Rechtsabteilung von ITC, an der Wand stand und ihm zuhörte. Gordon sah Doniger wütend mit dem Finger nach ihr stechen. Ganz offensichtlich machte er ihr die Hölle heiß. Robert Doniger war achtunddreißig Jahre alt, ein brillanter Phy-siker und Milliardär. Trotz Schmerbauch und grauen Haaren hatte er noch immer etwas Jugendliches an sich - oder Pubertäres, je nachdem, mit wem man sprach. Auf jeden Fall hatte das Alter ihn nicht sanfter gemacht. ITC war die dritte Firma, die er gegründet hatte; die ersten beiden hatten ihn reich gemacht, aber sein Führungsstil war so zynisch und gemein wie eh und je. Fast jeder in der Firma hatte Angst vor ihm. Dem Aufsichtsrat zuliebe trug Doniger einen blauen Anzug und nicht wie sonst Khakihose und Sweatshirt. Aber er fühlte sich offensichtlich nicht wohl in dem Anzug, wie ein Junge, den die Eltern gezwungen hatten, sich herauszuputzen.
»Nun, vielen Dank, Officer Wauneka«, sagte Gordon in das Handy. »Wir kümmern uns um alles. Ja. Wir erledigen das sofort. Noch einmal vielen Dank.« Gordon klappte das Handy zu und wandte sich an Doniger. »Traub ist tot, sie haben seine Leiche identifiziert.« »Wo?«
