»Das mag schon sein. Aber Mr. Doniger ist auch ein taffer Geschäftsmann.«

»Ja.«

»Glauben Sie wirklich, daß er sie nur aus rein persönlichem Interesse unterstützt?« fragte sie leichthin, fast schnippisch.

Johnston sah sie direkt an. »Die wahren Motive eines Menschen, Miss

Delvert, kennt man nie.«

Auch er ist argwöhnisch, dachte Chris.

Delvert schien das ebenfalls zu spüren und kehrte sofort wieder zu einem verbindlicheren Tonfall zurück. »Natürlich, ja. Aber ich frage das aus einem bestimmten Grund. Trifft es nicht zu, daß die Ergebnisse Ihrer Forschung nicht Ihnen gehören? Daß alles, was Sie finden, alles, was Sie entdecken, ITC gehört?« »Ja, das stimmt.« »Stört Sie das nicht?«

»Wenn ich für Microsoft arbeiten würde, würden die Ergebnisse meiner Arbeit Bill Gates gehören. Alles, was ich finden oder entdecken würde, würde Bill Gates gehören.« »Schon. Aber das ist wohl kaum dasselbe.«

»Warum nicht? ITC ist eine Technikfirma, und Doniger hat diesen Unterstützungsfond eingerichtet, wie Technikfirmen das eben tun. Das Arrangement stört mich nicht. Wir haben das Recht, unsere Forschungsergebnisse zu veröffentlichen — die Firma zahlt sogar für die Publikation.«

»Nachdem sie sie gutgeheißen hat.«

»Ja. Wir schicken unsere Berichte zuerst an sie. Haben aber noch nie einen Kommentar zurückbekommen.«

»Sie sehen also keinen größeren ITC-Plan hinter dem Ganzen?« »Sehen Sie einen?« entgegnete Johnston.

»Ich weiß nicht so recht«, sagte sie. »Deshalb frage ich ja Sie. Weil es natürlich einige sehr verwirrende Aspekte im Verhalten von ITC als Firma gibt.« »Was für Aspekte?«

»Zum Beispiel«, sagte sie, »ist die Firma einer der weltgrößten Verbraucher von Xenon.«

»Xenon? Sie meinen das Gas?«



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