
Die Sonnenschreiter II kam aus dem Hyperraum und fiel in einen Orbit um die Nebelwelt. Die lange schlanke Yacht glitzerte nur so vor Ortungsantennen, doch es gab nirgendwo in der Umgebung Imperiale Sternenkreuzer. Das Imperium hatte gelernt, einen Sicherheitsabstand einzuhalten. Es gab nur das einzelne, golden glänzende Schiff, das lautlos über einer kalten, eintönigen Kugel hing.
Owen Todtsteltzer hatte es sich in der Lounge der Sonnenschreiter II auf einem Sessel bequem gemacht und war dankbar für die Ruhe. Und für die Tatsache, daß wenigstens im Augenblick – niemand auf ihn zu schießen versuchte .
Owen hatte gelernt, die stillen Momente im Leben zu genießen – und wenn auch nur aus dem einen einzigen Grund, daß es so wenige davon gab .
Er hatte die erste Sonnenschreiter bei einer Bruchlandung auf dem Planeten Shandrakor verloren, doch die Hadenmänner hatten das Schiff nach Owens Instruktionen rekonstruiert – um den Hyperraumantrieb herum, den sie aus dem Wrack der ursprünglichen Sonnenschreiter geborgen hatten. Es war ein ganz besonderer Hyperraumantrieb: Einer der Prototypen des neuen Motors, den das Imperium gegenwärtig in Massenproduktion zu fertigen versuchte, und der – für den Augenblick zumindest – ein ganzes Stück schneller war als alles, was das Imperium aufzubieten hatte.
Theoretisch zumindest.
Die Yacht selbst sah fast genauso aus, wie Owen sein altes Schiff in Erinnerung hatte, und sie war mit dem gleichen ursprünglichen Luxus und Überfluß ausgestattet – auch wenn die Hadenmänner der Versuchung nicht hatten widerstehen können, einige Dinge im Verlauf der Konstruktion zu verbessern.
Und manchmal verdeutlichten ihre Vorstellungen von Verbes-serung nur, wie sehr sich die aufgerüsteten Männer von Haden bereits von der Menschheit entfernt hatten. Owen konnte mit Türen umgehen, die in soliden Wänden erschienen, sobald er sich näherte. Er mochte auch die Beleuchtung, die sich automatisch ein- und ausschaltete, ohne daß man es befehlen mußte; aber Kontrollen, die nur durch Gedankenbefehl funktionierten, führten wirklich zu weit. Nach ein paar Beinahe-Katastrophen, weil seine Gedanken im entscheidenden Augenblick abge-schweift waren, hatte sich Owen fest vorgenommen, die Steuerung des Schiffs in Zukunft den Schiffslektronen zu überlassen.
