
Blut. Die gefährlichste der Menschheit bekannte Droge. Extrem suchterzeugend. Seelenzerstörend. Sie kam von den anderen aufgerüsteten Männern, den Wampyren, einer der weniger erfolgreichen Versuche des Imperiums, Terrortruppen zu erschaffen. In den Adern der Wampyre floß synthetisches Blut, das sie stärker, schneller und fast unbesiegbar machte. Schon ein paar Tropfen dieses Blutes konnten einen gewöhnlichen Menschen dazu bringen, sich – zumindest für eine Weile – genauso zu fühlen: gerissen und voller unerschütterlichem Selbstvertrauen. Und genau das brauchte Hazel in letzter Zeit mehr und mehr. Sie war schon einmal von dieser Droge abhängig gewesen, in ihren frühen Tagen auf Nebelwelt. Sie hatte die Sucht besiegt, obwohl der Entzug sie fast das Leben gekostet hätte. Seither hatte sie sich in beinahe jeder Hinsicht verändert, und nur wenige dieser Veränderungen gefielen ihr.
Hazel hatte nie daran gedacht, Rebell zu werden. Sie hatte sich immer nur nach einem behaglichen Leben gesehnt, weiter nichts – nach einem Leben, frei von Hunger und von Gefahr.
Ihre beste Zeit hatte sie als Trickbetrügerin gehabt. Damals hatte sie reiche Blutsauger um ihre unrechtmäßigen Gewinne erleichtert und war in der Nacht verschwunden, bevor ihre Opfer realisieren konnten, daß sie hinters Licht geführt worden waren. Hazel hatte noch nie in ihrem Leben für etwas anderes gekämpft als für Geld. Bar auf die Hand. Sie hatte noch nie jemand anderem als sich selbst vertraut. Und jetzt war sie eine der wichtigsten Figuren der neuen Rebellion. Sie war Zielscheibe für jeden verdammten Kopfgeldjäger und Meuchelmörder des Imperiums, und ständig wurde sie um ihre Meinung oder Vorschläge in Angelegenheiten gefragt, von denen sie nicht die geringste Ahnung hatte.
