
Ich ging weiter. Also hat sich sogar die Zeitrechnung verändert.
Metallische Stoffe der Frauenkleider, vom Licht der Riesenlettern getroffen, die wie ganze Reihen brennender Seiltänzer über dem Meer von Menschenköpfen liefen, erzitterten plötzlich mit kleinen Flammen. Ich ging, ohne es zu wissen, und irgend etwas wiederholte in mir immer wieder: „Also hat sich sogar die Zeit geändert.“ Das gab mir fast den Rest. Mit offenen Augen sah ich nichts. Ich wollte nur eins: heraus hier, aus diesem verflixten Bahnhof, unter den freien Himmel, in einen freien Raum, wo man die Sterne sehen und den Wind fühlen kann.
Eine Allee langgezogener Lichter zog mich an; im durchsichtigen Stein der Decke schrieb wieder etwas — die Buchstaben zog eine scharfe, in Alabaster eingeschlossene Flamme —: TELETRANS TELEPORT TELETHON. Durch eine Bogentür — nur war es ein schier unmöglicher, aus den Fugen geratener Bogen, wie das Negativ eines Raketenschnabels — gelangte ich in einen Saal, der mit vereistem, goldenem Feuer bedeckt war. In den Wandnischen — Hunderte von Kabinen. Menschen liefen da hinein, eilten wieder hinaus, warfen zerrissene Streifen auf den Boden, nein, keine Telegrammstreifen, es war etwas anderes, mit ausgestanzten Knöpfchen, andere traten auf diese Fetzen. Ich wollte hinaus, trat irrtümlich in einen dunklen Raum, etwas surrte dort, dann leuchtete es wie eine Fotolampe auf, und aus einer mit Metall eingefaßten Ritze glitt ein zusammengelegter Bogen glitzernden Papiers. Ich nahm ihn, öffnete, und ein menschlicher Kopf mit nicht ganz geschlossenen, leicht verzerrten, dünnen Lippen sah mich mit blinzelnden Augen an: ich selbst war es! Ich legte das Papier wieder zusammen, und der Plastikspuk verschwand. Langsam öffnete ich die Bogenränder — nichts — etwas weiter — da kam er wieder, wie aus dem Nichts, ein Kopf, wie vom Rumpf abgeschnitten, mit einem nicht gerade intelligenten Ausdruck, über dem Papier schwebend.
