Einen Augenblick lang sah ich mein eigenes Gesicht an — was war es wohl, ein dreidimensionales Foto? Ich steckte den Bogen in die Tasche und ging. Die goldene Hölle schien auf die Köpfe der Menschen herabzufallen, eine Decke aus Feuermagma, unwirklich, aber wie ein wirkliches Feuer wütend. Niemand sah hin. Die Leute liefen emsig von einer Kabine zur anderen, grüne Buchstaben hüpften im Hintergrund, Zahlenkolonnen flossen auf schmalen Scheiben hinunter, noch andere Kabinen, Rollos statt Türen, die blitzartig beim Herannahen hochschnellten — endlich fand ich den Ausgang.

Ein Korridor mit abschüssigem Boden wie manchmal im Theater. Aus den Wänden schossen stilisierte Muscheln, oben liefen endlos die Worte: INFOR INFOR INFOR.

Einen Infor sah ich zum ersten Male auf der Luna und meinte, daß es eine künstliche Blume wäre.

Ich brachte mein Gesicht dicht an den hellgrünen Kelch, der sofort, noch ehe ich die Lippen öffnete, in Erwartung erstarrte.

„Wo kann ich hier raus?“ fragte ich nicht sehr geistreich.

„Wohin?“ erwiderte sofort eine warme Altstimme.

„In die Stadt.“

„In welches Viertel?“

„Egal. „Auf welche Ebene?“

„Egal. Ich will aus dem Bahnhof heraus!“

„Meridional, Raster: einhundertsechs, einhundertsiebzehn, null acht, null zwei. Tridukt, Ebene AF, AG, AC, MythenebeneRundweg, zwölf und sechzehn, Nadir-Ebene führt in jede südliche Richtung. Zentral — Ebene, G!ider, lokal — rot, fern — weiß, A, B und W. Ulder-Ebene, unmittelbar, sämtliche Eskale vom dritten an nach oben…“, rezitierte singend eine Frauenstimme.

Ich hatte Lust, das Mikrofon aus der Wand zu reißen, das sich da so besorgt meinem Gesicht zuwandte. Ich ging. „Idiot! Du Idiot!“ wiederholte ich mir bei jedem Schritt. EX, EX, EX, wiederholte eine oben vorbeigleitende, mit zitronengelbem Nebel eingefaßte Inschrift. Ist es vielleicht Exit? Der Ausgang?



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