Das wäre dem Versuch gleichgekommen, ein zehntägiges Kind in Navigation zu unterrichten. Die nötige Intelligenz war vielleicht sogar vorhanden – Barlennan tröstete sich mit diesem Gedanken –, aber die Grundlagen fehlten einfach.

»Barl?« Die Maschine sprach plötzlich und unterbrach seine Gedanken. »Hier ist Charles Lackland.«

»Hier ist Barlennan, Charles.« Der Kommandant sprach die Sprache des Fliegers, die er von Tag zu Tag besser beherrschte.

»Ich freue mich, daß du dich wieder einmal meldest. Haben wir den Sturm richtig vorausgesagt?«

»Er ist pünktlich losgebrochen«, bestätigte der Mesklinit. »Aber ich sehe noch keinen Staub.«

»Der kommt noch. Der Vulkan muß zehn Kubikkilometer Staub ausgespuckt haben, und die Wolke treibt seit Tagen in diese Richtung.«

Barlennan antwortete nicht darauf. Der Vulkan, von dem Charles sprach, lag in einem Gebiet von Mesklin, das seinen Informationen nach gar nicht existieren konnte.

»Ich wollte dich nur fragen, ob du weißt, wie lange der Sturm noch dauert, Charles. Können deine Leute von oben etwas erkennen?«

»Habt ihr schon Schwierigkeiten?« erkundigte der Flieger sich besorgt. »Der Winter fängt doch erst an – ihr müßt noch Tausende von Tagen warten, bis ihr aufbrechen könnt.«

»Das ist mir klar. Unsere Vorräte reichen völlig aus, aber wir möchten gelegentlich auf die Jagd gehen und Frischfleisch an Bord holen. Deshalb wäre ich dir dankbar, wenn du uns helfen könntest.«

»Natürlich gern, aber ich fürchte, daß wir sehr vorsichtig sein müssen. In diesem Gebiet scheinen fast ständig gewaltige Stürme zu herrschen. Bist du früher schon einmal hier am Äquator gewesen?«

»Wo?«

»Am… nun, am Rand der Welt, wie du mir e rklärt hast.«

»Nein, ich bin noch nie so nahe am Rand gewesen, und ich bezweifle, daß andere weiter vorgedrungen sind. Ich könnte mir vorstellen, daß man immer mehr Gewicht verliert, je weiter man sich auf See hinauswagt – bis man schließlich vom Wind mitgerissen wird.«

»Du irrst dich, falls dir das ein Trost ist«, antwortete der Flieger.



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