
Zwar war sie niemals für einen anderen Zweck bestimmt gewesen, und ich hatte mich keineswegs in sie verliebt, wie es manchen vielleicht passiert wäre. Dennoch — bei diesem Anblick war mir nicht wohl. Mir kam es wie eine Ve rschwendung vor.
Nun ja, viele Gedanken konnte ich nicht darauf verwenden. Ich verkroch mich in den Tank, machte ihn dicht und ließ der Natur ihren Lauf. In diesem Augenblick befanden der Tank und ich uns, wenn man den statischen Druckmeßinstrumenten trauen durfte, in einer Tiefe von achthundert Fuß.
Hier unten herrschte absolute Stille. Ich wußte, daß das Wasser vorüberströmte, weil wir pro Sekunde um zwei Fuß sanken, aber zu hören war da nichts. Alles was an dem Kahn nicht niet— und nagelfest gewesen war, war längst weg. Was unsinkbar war, trieb über den Pazifik verstreut dahin, und was versank, war mir auf dem Weg zum Grunde des Ozeans voraus. Wäre nun etwas Festes gegen mein spezielles Stück Wrack gepoltert, so hätte es mich gleichermaßen beunruhigt und in Erstaunen versetzt. Die Stille war an sich ein gutes Zeichen, bereitete mir aber Unbehagen.
Ich war einmal draußen im Weltraum gewesen — wegen einer Abfall-Untersuchung auf einer der Fusions-Forschungs-Stationen der Aufsichtsbehörde —, und da hatte ich schon einmal das totale Fehlen von Geräuschen erlebt. Schon damals hatte ich es nicht gemocht. Ich hatte dabei immer den Eindruck, das Universum zeige mir absichtlich die kalte Schulter, bis dann endlich der Zeitpunkt gekommen wäre, meine Überreste wegzufegen. Auch jetzt mochte ich es nicht, obwohl das Gefühl anders war — diesmal war mir, als würde mich jemand sorgfältig beobachten, um zu sehen, was ich vorhätte, und als versuche dieser Jemand zu einem Entschluß zu gelangen, was da zu tun sei. In diesem Fall wäre mir ein Psychiater natürlich keine große Hilfe gewesen, denn es bestand immerhin eine gewisse Wahrscheinlichkeit, daß es stimmte.
