Und so blieb ich. Ein früher Aufbruch war eigentlich sinnlos. Ich hatte noch ausreichend Sauerstoff und noch dazu immer die Hoffnung, mir würde eine brauchbare Idee in den Sinn kommen, ehe man — wer immer dieser „man“ war — mich entdeckte.

Diese Hoffnung dauerte fast sechs Stunden an.

Diesmal war es kein Mädchen, obwohl das Wesen zu derselben Truppe zu gehören schien. Die Schwimmausrüstung war nämlich bis in die kleinste Einzelheit dieselbe, soweit ich das sehen konnte. Als ich ihn sichtete, hielt er direkt auf mich zu.

Er kam aus der Finsternis, von dort, wo ich den Eingang vermutete. Sicherlich hatte er mich, oder vielmehr den Tank erspäht. Ich wünschte, ich hätte ihn eher bemerkt — es wäre interessant und vielleicht sogar nützlich gewesen festzustellen, ob mich zufällig ein vorüberkommender Schwimmer entdeckt hatte oder jemand, der das Fundgebiet des Wracks systematisch absuchte. Mir blieb nichts weiter übrig, als über mein Nichtwissen zu philosophieren. Ich beobachtete, wie er über mich hinwegglitt.

Er hätte den Tank eigentlich ohne Schwierigkeiten als solchen erkennen können. Zwar waren an der Außenseite jede Menge Instrumente angebracht, die nicht zur Standardausrüstung gehörten, aber im Grunde genommen war es ein gewöhnlicher Hochdruck-Rettungstank, den man in jedem größeren U-Boot finden kann — eine Kugel aus Quarzglas-Fiber und höchstbelastbaren Polymeren, geeignet, dem Druck von zwei Meilen Meerwasser standzuhalten. Im Normalfall war er leicht und beweglich, aber das speziell für mich ausgestattete Ding trug reichlich Ballast mit sich. Neben den Beinen und deren Hilfsaggregaten hatte ich noch Beleuchtung, Transponder, verschiedene Ortungsgeräte und dazu Bleistangen, die so verteilt waren, daß Schwerpunkt und geometrischer Mittelpunkt möglichst dicht beieinander zu liegen kamen. Das Blei war es, das den großen Unterschied ausmachte. Ohne Blei würde ich noch immer im Wasser umhertreiben.



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