Mochte sie selbst noch so nachdrücklich behaupten, diese Annäherungsversuche wären rein freundschaftlicher Natur, jeder könne sehen, wie aufreizend sie seien.

»Es würde mich wirklich interessieren, was sie im Schilde führt«, sagte Noreen zu denen, die an dieser Stelle noch bereit waren, ihr zuzuhören. »Abend für Abend glucken die beiden zusammen, sie und Sam Cleary. Was tun sie die ganze Zeit?Mir kann keiner erzählen, dass die sich über Blumen unterhalten. Die machen Pläne für die Zeit danach. Gemeinsame Pläne, wohlgemerkt.«

Zu Kommentaren blieb keine Zeit, da schnellen Schritts Polly Simpson nahte, in den Händen ein Tablett mit einem frugalen Frühstück, das aus einer Banane und einer Tasse Kaffee bestand. Sie trug wie immer ihren Fotoapparat um den Hals, und nachdem sie ihr Tablett abgestellt hatte, ging sie zum Ende des Tischs und nahm die Gruppe beim Frühstück ins Visier. Noch am Nachmittag der ersten Sitzung hatte Polly sich zur offiziellen Chronistin des Sommerseminars erklärt und ihre Aufgabe seither absolut ernst genommen. »Glaubt es mir nur, ihr werdet das als Andenken noch zu schätzen wissen«, pflegte sie zu sagen, wann immer sie jemanden aufs Korn nahm. »Ich verspreche es euch. Es ist noch nie vorgekommen, dass jemand meine Fotos nicht gemocht hat.«

»Lieber Gott, Polly, doch nicht jetzt«, beschwerte sich Cleve, als die junge Frau am anderen Ende des Frühstückstischs ihren Apparat einstellte, aber er brachte seine Beschwerde in nachsichtig gutmütigem Ton vor, und keinem der Anwesenden entging, dass er sich mit einer Hand kurz die volle Mähne zauste, um ihr den lässigen Touch zu geben, der ihn wieder wie dreißig wirken lassen würde.



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