
»Dafür brauche ich keinen Virus«, sagt Miranda. »Das tu ich jeden Tag.«
»Dann könnte also jemand einem Computer so einen Befehl eingeben wie Lösche jede Datei, die mit dem Buchstaben A beginnt<«, warf Harry ein.
»Genau, aber wie der Befehl lautet, das weiß eben keiner. Stellen Sie sich vor, dies geschieht in einer medizinischen Datenbank. Der Befehl würde etwa lauten: Zerstöre alle Aufzeichnungen über jeden, der John Smith heißt. < Da sehen Sie, welche Auswirkungen das haben könnte.«
»Aber Herbie« - Miranda nannte ihn beim Vornamen, weil sie seit einer Ewigkeit befreundet waren -, »warum sollte jemand so etwas tun wollen?« »Vielleicht, um eine Polizeiakte zu löschen oder eine Schuld zu stornieren oder eine Krankheit zu verheimlichen, die ihn den Job kosten könnte. Manche Firmen entlassen Angestellte, die Aids oder Krebs haben.«
»Wie können die Menschen sich davor schützen?«
Mrs. Hogendobber bekam allmählich eine Vorstellung von den Möglichkeiten, damit Unheil anzurichten.
»Der Initiator hat Faxe an Fernsehsender geschickt, daß der Virus am ersten August wirksam wird und daß er Threadneedle- Virus heißt.«
Harry rieb sich das Kinn. »Threadneedle, ein komischer Name. Wo mag da die Verbindung sein?«
»Oh, die gibt es bestimmt. Die Journalisten suchen wie verrückt danach«, erklärte Herbie zuversichtlich.
»Ein einziges großes Rätsel.« Harry liebte Rätsel.
»Der Computerexperte sagte in der Morgensendung, eine Möglichkeit, eine Information zu schützen, bestehe darin, seinem Computer zu sagen, daß er jeden Befehl, der am ersten August eingeht, ignorieren soll.«
Miranda nickte. »Vernünftig.«
»Nur, daß die meisten Geschäfte über Computer abgewickelt werden, und das würde heißen, daß einen ganzen Tag lang sämtliche kommerziellen, medizinischen, sogar politischen Transaktionen auf Eis liegen.«
