Mim Sanburne hielt sich für die Queen von Crozet. An ihren großzügigen Tagen dehnte sie ihr Reich auf ganz Virginia aus.

»Wenn's weiter nichts ist.« Tucker war enttäuscht.

»Das ist noch nicht alles. Mim kommt niemand ungestraft in die Quere. Sie ist aus der Haut gefahren und hat zu Aysha ge­sagt, das Wohl der Gemeinde sei wichtiger als ihre Zankereien mit Kerry«, erklärte die rundliche Katze.

»Ach, Aysha.« Tucker lachte. »Jetzt wird Mim ihr den miese­sten Job bei der Wohltätigkeitsveranstaltung geben - Adressen schreiben, Couverts zukleben und abstempeln. Die müssen nämlich alle mit der Hand geschrieben werden.«

Pewter kicherte. »Und alles wegen Norman Cramer. Diesem Langweiler.«

Die Tiere hielten einen Moment die Luft an.

»Junge, Junge, das muß ein fader Sommer sein, wenn wir schon über dieses Dreiecksverhältnis lachen«, sagte Mrs. Mur­phy nachdenklich.

»Hier passiert aber auch gar nichts«, nörgelte Tucker.

»Die Parade am Vierten Juli war okay. Aber nichts Besonde­res. Vielleicht stellt ja jemand am Labor Day was auf die Bei­ne.« Pewter unterbrach sich. »Hoffen wir auf ein bißchen Wirbel.«

Mrs. Murphy streckte sich vorwärts, dann rückwärts.

»Wißt ihr, was meine Mutter immer gesagt hat? >Sieh dich vor, worum du bittest, du könntest es bekommen.««

Die drei Freundinnen sollten später noch an diese Prophezei­ung zurückdenken.

2

Ash Lawn, der Landsitz von James und Elizabeth Monroe, liegt hinter einer Reihe mächtiger englischer Buchsbäume. Zu Leb­zeiten des fünften Präsidenten und seiner Gattin reichten diese stacheligen Gewächse den Menschen vermutlich nur bis zur Taille. Heute strahlt ihre gewaltige Größe etwas Unheimliches aus, verleiht aber gleichzeitig ein Gefühl von Sicherheit. Der offizielle Eingang wird nicht mehr benutzt; die Besucher müs­sen an dem kleinen Andenkenladen vorbeigehen und erreichen das Haus über eine Nebenstraße.



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