
Die Laute, die der junge Mann hervorbrachte, ergaben keinen Sinn. Er war zu verstört, um zusammenhängend sprechen zu können.
Der Begleiter der Äbtissin beugte sich vor.
»Bekenne, Bruder Ibar.« Seine Stimme zischte eindringlich. »Bekenne, und du brauchst nicht die Qualen des Fegefeuers zu erleiden. Gehe zu deinem Gott ein mit deiner Seele frei von Schuld, und Er wird dich mit Freuden aufnehmen.«
Endlich drangen verständliche Worte aus der Kehle des jungen Mannes.
»Pater Abt ... Mutter Äbtissin ... Ich bin unschuldig. Gott ist mein Zeuge, ich bin unschuldig.«
Die Miene der Frau verfinsterte sich mißbilligend.
»Kennst du die Worte im fünften Buch Mose? Hör zu, Bruder Ibar: >... und die Richter sollen wohl forschen. Und wenn der falsche Zeuge hat ein falsches Zeugnis . gegeben . dann sollt ihr ihn nicht schonen: Seele um Seele, Auge um Auge, Zahn um Zahn, Hand um Hand, Fuß um Fuß.< So lautet das Gesetz des Glaubens. Schwöre noch jetzt deinen Sünden ab, Bruder. Geh zu Gott ein, gereinigt von deinen Sünden.«
»Ich habe nicht gesündigt, Mutter Äbtissin«, rief der junge Mann verzweifelt. »Ich kann nicht widerrufen, was ich nicht getan habe.«
»Dann wisse, wohin dich deine Torheit unweigerlich führen wird, denn es steht geschrieben: >Und ich sah die Toten, beide, groß und klein, stehen vor Gott, und Bücher wurden aufgetan. Und ein anderes Buch ward aufgetan, welches ist das Buch des Lebens. Und die Toten wurden gerichtet nach der Schrift in den Büchern, nach ihren Werken. Und das Meer gab die Toten, die darin waren, und der Tod und die Hölle gaben die Toten, die darin waren; und sie wurden gerichtet, ein jeglicher nach seinen Werken. Und der Tod und die Hölle wurden geworfen in den feurigen Pfuhl. Das ist der andere Tod. Und so jemand nicht ward gefunden geschrieben in dem Buch des Lebens, der ward geworfen in den feurigen Pfuhl.<«
