»Interessant ... was er zuletzt gerufen hat«, überlegte Eadulf laut. »Hat denn jemand nach den Handschellen gefragt?«

Bischof Forbassach gab keine Antwort. Er ging zur Tür. Mit der Hand am Griff zögerte er noch einen Moment, wandte sich um und schaute Eadulf mit kaltem, zornigem Blick an.

»Du hast Zeit bis morgen mittag, Angelsachse, um dich zu entscheiden, ob du mit einer Lüge auf den Lippen sterben oder deine Seele von der Schuld an diesem üblen Verbrechen reinigen willst.«

»Anscheinend«, erwiderte Bruder Eadulf leise, während Forbassach an die Tür klopfte, um den Wächter herbeizurufen, »liegt dir sehr viel daran, daß ich etwas gestehe, woran ich unschuldig bin. Ich frage mich, weshalb?«

Einen Augenblick ließ Bischof Forbassach die Maske fallen, und wenn Blicke töten könnten, dachte Eadulf, wäre er in diesem Moment gestorben.

»Nach morgen mittag, Angelsachse, genießt du nicht mehr den Luxus, dich das fragen zu können.« Die Zellentür öffnete sich, und Bischof Forbassach ging hinaus. Eadulf erhob sich, schritt rasch zu der Tür, als sie sich hinter ihm schloß, und rief ihm durch die kleine vergitterte Öffnung nach: »Dann kann ich noch bis morgen mittag über deine Motive nachdenken. Vielleicht bekomme ich bis dahin heraus, was für üble Dinge hier vorgehen, Forbassach! Was ist mit den Handschellen?«

Er erhielt keine Antwort. Eadulf lauschte einen Moment den sich entfernenden Schritten im Gang nach und hörte dann, wie eine ferne Tür zuschlug und eiserne Riegel vorgeschoben wurden.

Eadulf trat zurück. Wieder allein, spürte er, wie sich tiefe Verzweiflung über ihn senkte.



25 из 326