
Fidelma erklärte ihre Meinung nicht weiter, sondern hielt einen Vorbeikommenden an und fragte ihn nach dem Gasthaus zum Gelben Berg. Es stellte sich heraus, daß es nur eine Straße weiter lag, aber vor dem Lärm des Hauptplatzes durch andere Gebäude geschützt war. Es machte sich kenntlich durch ein Schild mit einem gelben Dreieck, das sichtlich einen Berg darstellte. Das Gasthaus war groß, ein zweistöckiges Holzhaus mit eigenem Hof und Ställen. Es schien beliebt zu sein, denn mehrere Leute gingen hinein oder kamen heraus.
Sie führten ihre Pferde in den Hof, und Dego nahm Fidelmas Zügel, während sie zur Tür des Hauses schritt. Eine füllige Frau eilte heraus, als Fidelma sich näherte. Sie hatte ein freundliches Gesicht, und Fidelma stellte eine Ähnlichkeit mit dem Befehlshaber der Wache fest.
»Zimmer für die Nacht?« begrüßte sie die Frau. »Wir bieten die besten Preise in Fearna, Schwester. Und du findest hier eine bessere Unterkunft und besseres Essen, als wenn du um kostenlose Unterbringung in der Abtei bittest .«
Sie brach ab, als sie plötzlich an der Ausrüstung der beiden Krieger erkannte, daß sie aus Muman kamen.
»Bist du Lassar?« fragte Fidelma freundlich und lenkte ihre Aufmerksamkeit wieder auf sich.
»Ja.« Mit mißtrauischer Miene musterte die Wirtin die Fragestellerin.
»Es war dein Bruder, der Krieger in der Burg, der uns dein Gasthaus empfohlen hat, Lassar.«
Die Augen der Frau weiteten sich achtungsvoll. »Ihr wart in Fianamails Burg?«
»Es gehörte zu meinem Auftrag hier, auch mit Fia-namail zu sprechen«, erklärte ihr Fidelma. »Hast du Zimmer für meine Begleiter und für mich?«
Lassar schaute zweifelnd zu den Kriegern hinüber, ehe sie Fidelma antwortete.
»Ich habe ein Zimmer, das sie sich teilen können, und ein kleines Zimmer für dich allein - aber das kostet mehr, als wenn ihr zusammen in einem Zimmer schlaft«, fügte sie gleich hinzu.
»Das ist kein Problem.«
