
Mit den Zügeln über dem Arm führten sie die vier Pferde durch das Tor der Burg und den abfallenden Weg hinunter zu dem Gewirr der Häuser. Es war Mittag, und in den Straßen drängten sich die Menschen. Auf dem Hauptplatz wurde Markt gehalten, er war voller Stände, an denen alle Arten von Fisch, Geflügel und Fleisch verkauft wurden ebenso wie Obst und Gemüse. Die Verkäufer, die sich im Anlocken von Kunden gegenseitig überboten, veranstalteten ein ohrenbetäubendes, mißtönendes Getöse.
Fidelma führte die drei Krieger über den vollen Platz zur Mündung einer Seitenstraße und sah sich um. Sie waren nicht mehr im Blickfeld der Wachposten der Burg. Sie wandte sich an Aidan.
»Du weißt, was du zu tun hast?«
Der junge Mann lachte und sprang in den Sattel. »Ich sehe dich hier in ein paar Tagen wieder und brin-ge Barran mit, Lady. Wenn ich nicht zurückkehre, heißt das, daß ich tot bin.«
»Dann sorge dafür, daß du zurückkehrst.«
Er hob die Hand zum Gruß und grub seinem Pferd die Hacken in die Weichen.
Sie sahen ihm nach, wie er die Straße so schnell entlangritt, wie es die Passanten erlaubten. Dann verschwand er hinter Gebäuden. Fidelma seufzte tief und drehte sich zu ihren verbleibenden zwei Begleitern um.
»Wohin jetzt, Lady?« fragte Dego. »Gehen wir zur Abtei und suchen Bruder Eadulf?«
»Als erstes sollten wir dem Vorschlag des Befehlshabers der Wache folgen und das Gasthaus seiner Schwester suchen«, lächelte Fidelma. »Dann gehe ich zur Abtei.«
»Ist das nicht gefährlich? Ich meine, ein Gasthaus zu nehmen, das ein Krieger von Laigin empfohlen hat?« fragte Enda.
»Vielleicht auch nicht. Die Beziehung könnte uns nützlich werden. Ich glaube nicht, daß mit der Empfehlung eine Hinterlist verbunden ist. Ich denke, der Mann ist ehrlich.«
»Ein Krieger von Laigin und ehrlich?« Dego schien überzeugt, so etwas gäbe es nicht.
