Ich musste noch einen Streifzug durch die Wohnung machen. Eine Steckdose fand sich in der Wand des großen Badezimmers - glücklicherweise sogar auf der Seite zum Studio. Das konnte kein Zufall sein. Deshalb schaute ich ins Bad. In der Tat: Neben dem nicht funktionierenden Klo prangte eine weitere Steckdose.

Was hatte ich bloß für einen seltsamen Geschmack, als ich mit der Modernisierung begonnen habe…

Strom war da. Wenigstens etwas, aber schließlich war ich nicht deswegen hierher gekommen.

Um die lastende Stille wenigstens ein bisschen zu vertreiben, öffnete ich das Fenster. Warmer Wind strömte ins Zimmer. Über

dem Fluss leuchteten die Fenster der Häuser. Gewöhnlicher Häuser von Menschen. Und immer noch diese Stille. Kein Wunder, um ein Uhr nachts.

Ich kramte den MD-Player heraus. Wühlte in den Scheiben und entschied mich für Belaja gwardija, eine Gruppe, die niemals die Charts auf MTV anführen oder Stadien füllen würde. Mit eingestöpselten Kopfhörern streckte ich mich auf der Matratze aus.

Wenn dieser Kampf zu Ende geht Und du noch lebst am nächsten Tage, Dann wird dir klar, es riecht der Sieg Genauso streng wie Niederlage. Du bist allein, hast keine Feinde mehr Und stehst verloren in den Trümmern nun. Der Himmel drückt dir auf die Schultern schwer; Was bleibt in dieser Wüste noch zu tun? Doch du wartest ab, Was sie bringt, Die Zeit, Du wartest ab… Und Honig scheint dir bitterer als Salz, Die Träne süßer nicht als Wermut - nein, Ich kenne keine größ'ren Schmerzen, als


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