
Ginge es nach mir, ich würde eine taktische Atomwaffe auf die Harley Street schmeißen, nur um sicher zu sein, dass es ihn erwischt. Es gibt so etwas wie zu viel Wissen. Der Karma-Katechet kennt hundert Wege, der Welt ein Ende zu bereiten oder die Realität selbst zu zerreißen. Die Familie würde jedoch einen Mord an einem derart kostbaren Vermögenswert niemals billigen. Sie wollten die Informationen, die in ihm steckten, genau wie alle anderen.
Ich hätte ihn ja selbst umgebracht, und zum Teufel mit den Konsequenzen, aber … so schrecklich sah er gar nicht aus, von Nahem. Er war nur ein kleiner Mann mittleren Alters, dem schon die meisten Haare ausgegangen waren. Er hatte ein sanftes, freundliches Gesicht, ausdruckslose Augen und ein schüchternes Lächeln. Er trug einen altmodischen gestreiften Schlafanzug, dessen Jacke teilweise offen stand und ein Büschel weißer Brusthaare sehen ließ. Er wirkte müde und traurig und sehr verletzlich. Es war leicht, Mitleid für ihn zu empfinden; er hatte kein besonders tolles Leben gehabt, und kaum etwas davon hatte er sich selbst ausgesucht. Es war nicht seine Schuld, dass er ein lebendes Instrument des Jüngsten Tages war.
»Tun Sie mir nichts!«, sagte er und blickte mich mit fast kindlicher Unvoreingenommenheit an.
»Pst!«, sagte ich. »Sie halten einfach den Mund, und ich bin sofort wieder weg. Weswegen sind sie überhaupt hier drin?«
»Weil ich den Mund nicht halten kann«, antwortete er traurig. »Man hat mich konditioniert, umprogrammiert, meine Arbeitsparameter geändert, und alles ist schrecklich schiefgelaufen.
