
Als Dana ihre Einkäufe erledigt hatte, begab sie sich zurück zu ihrer Wohnung, um ihre Geschenke abzuladen. Das Apartment lag an der Calvert Street in einer ruhigen Wohngegend. Es war geschmackvoll eingerichtet und bestand aus einem Schlafzimmer, einem Wohnzimmer, einer Küche, einem Badezimmer und einem Arbeitszimmer, in dem Kemal schlief.
Dana verstaute die Geschenke in einem Kleiderschrank. Wenn Jeff und ich heiraten, müssen wir uns eine größere Wohnung besorgen, dachte sie erwartungsvoll, während sie sich in dem Apartment umblickte. Als sie zur Tür gehen wollte, um ins Studio zurückzukehren, klingelte das Telefon. Verflixt. Dana nahm ab. »Hallo.«
»Dana, mein Schatz.«
Es war ihre Mutter. »Hallo, Mutter. Ich war gerade am Gehen -«
»Meine Freunde und ich haben uns gestern Abend deine Sendung angesehen. Du warst sehr gut.«
»Vielen Dank.«
»Allerdings fanden wir, dass du die Nachrichten ein bisschen freundlicher gestalten hättest können.«
Dana seufzte. »Die Nachrichten freundlicher gestalten?«
»Ja. Die Sachen, über die du sprichst, sind alle so deprimierend. Gibt’s denn nichts Erfreulicheres zu berichten?«
»Ich will zusehen, was sich machen lässt, Mutter.«
»Das wäre sehr nett. Übrigens, ich bin diesen Monat ein bisschen knapp bei Kasse. Ob du mir wohl noch mal unter die Arme greifen könntest?«
Danas Vater war vor Jahren verschwunden. Mittlerweile wohnte Danas Mutter in Las Vegas und war ständig knapp bei Kasse. Die monatliche Unterstützung, die Dana ihrer Mutter zukommen ließ, reichte offenbar nie aus.
»Spielst du etwa, Mutter?«
»Selbstverständlich nicht«, versetzte Mrs. Evans entrüstet. »Las Vegas ist eine sehr teure Stadt. Übrigens, wann kommst du denn mal hierher? Ich möchte Kimbal gern kennen lernen. Du solltest ihn mal mitbringen.«
»Er heißt Kemal, Mutter. Ich kann momentan nicht weg.«
