»Soweit ich weiß, wollen Sie mich über Gary Winthrop ausfragen.«

»Ja. Ich wollte gern wissen -«

»Sein Tod ist ein schwerer Schlag für uns. Unser Land hat einen seiner bedeutendsten Kunstmäzene verloren.«

»Mr. Ormond, ist die Konkurrenz auf dem Kunstmarkt nicht ziemlich groß?«

»Konkurrenz?«

»Kommt es nicht mitunter vor, dass etliche Interessenten hinter dem gleichen Kunstwerk her sind und sich auf -«

»Selbstverständlich. Aber das gilt doch nicht für Mr. Winthrop. Er besaß eine fabelhafte Privatsammlung, doch zugleich war er Museen gegenüber sehr großzügig. Nicht nur diesem, sondern Museen in aller Welt. Er hatte sich vorgenommen, große Kunstwerke für jedermann zugänglich zu machen.«

»Wissen Sie, ob er irgendwelche Feinde -«

»Gary Winthrop? Nie und nimmermehr.«

Zu guter Letzt traf sich Dana mit Rosalind Lopez, die fünfzehn Jahre lang Madeline Winthrops Zofe gewesen war. Sie arbeitete jetzt bei einem Partyservice, der ihr und ihrem Mann gehörte.

»Danke, dass Sie mich empfangen, Mrs. Lopez«, sagte Dana. »Ich möchte mit Ihnen über Madeline Winthrop sprechen.«

»Die arme Frau. Sie - sie war der netteste Mensch, den ich jemals kennen gelernt habe.«

Allmählich klingt es wie eine Schallplatte, die einen Sprung hat, dachte Dana.

»Einfach schrecklich, dass sie auf so grausame Weise ums Leben kommen musste.«

»Ja«, pflichtete Dana ihr bei. »Sie waren lange bei ihr angestellt?«

»O ja, Ma’am.«

»Wissen Sie, ob sie irgendetwas getan haben könnte, mit dem sie jemanden beleidigt oder sich zum Feind gemacht hat?«

Rosalind Lopez blickte Dana verdutzt an. »Zum Feind? Nein, Ma’am. Jeder hat sie gemocht.«

Die Platte hat einen Sprung, befand Dana.

Vermutlich habe ich mich geirrt, dachte Dana auf dem Rückweg ins Büro. So unwahrscheinlich es auch sein mag, aber es muss ein Zufall sein, dass sie alle in anderthalb Jahren ums Leben gekommen sind.



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