
»Mein tiefstes Beileid«, sagte Dana. »Ich möchte Sie auch nicht weiter bedrängen, aber wissen Sie vielleicht, ob er irgendwelche Feinde hatte, ob jemand einen Grund gehabt haben könnte, ihn zu töten?«
Harriet Berk schaute sie mit tränennassen Augen an. »Paul töten?«, sagte sie mit erstickter Stimme. »Wenn Sie ihn gekannt hätten, hätten Sie diese Frage niemals gestellt.«
Danach sprach Dana mit Steve Rexford, dem Butler, der in Julie Winthrops Diensten gestanden hatte. Er war ein eleganter Engländer mittleren Alters.
»Womit kann ich Ihnen dienen, Miss Evans?«
»Dürfte ich Ihnen ein paar Fragen über Julie Winthrop stellen?«
»Ja, Madam.«
»Wie lange standen Sie in ihren Diensten?«
»Vier Jahre und neun Monate.«
»Und wie war sie zu den Menschen, die in ihren Diensten standen?«
Er lächelte versonnen. »Sie war überaus freundlich, eine bezaubernde Dame in jeder Hinsicht. Ich - ich konnte es kaum glauben, als ich die Nachricht von ihrem Unfall hörte.«
»Hatte Julie Winthrop irgendwelche Feinde?«
Er runzelte die Stirn. »Wie bitte?«
»Hat sich Julie Winthrop möglicherweise mit jemandem eingelassen, den sie dann - sitzen ließ? Oder mit jemandem, der ihr oder ihrer Familie womöglich etwas antun wollte?«
Steve Rexford schüttelte nachdenklich den Kopf. »Das sieht Miss Julie gar nicht ähnlich. Niemals hätte sie jemandem wehtun können. Nein. Sie war sehr großzügig, hatte für alle Zeit und für jeden etwas übrig.«
Dana musterte ihn einen Moment lang. Er meinte es ernst. Alle meinten es ernst. Was zum Teufel, mache ich hier?, fragte sie sich. Allmählich komme ich mir vor wie Dana Quichote. Nur dass es keine Windmühlen mehr gibt.
Danach nahm sie sich Morgan Ormond vor, den Direktor des Georgetown Museum of Art.
