»Du wirst deine Großmutter kennen lernen«, sagte Dana, als sie Kemal von der Schule abholte. »Wir werden noch eine richtige Familie, mein Schatz.«

»Mega.«

Dana lächelte. »Ganz recht, mega.«

Am frühen Samstagmorgen fuhren Dana und Kemal nach Connecticut. Dana freute sich auf den Abstecher nach Westport.

»Es wird bestimmt ganz wunderbar«, versicherte sie Ke-mal. »Großeltern brauchen ihre Enkel, damit sie jemanden haben, den sie verwöhnen können. Das ist ja das Gute daran, wenn man Kinder hat. Und du wirst eine Zeit lang bei ihnen bleiben können.«

»Bist du auch dabei?«, fragte Kemal nervös.

Dana drückte seine Hand. »Ich bin auch da.«

Peter Tomkins’ Haus war ein entzückendes altes Cottage an der Blind Brook Road, an dem ein schmaler Bachlauf vorüberfloss.

»Hey, das ist cool«, sagte Kemal.

Dana zerzauste Kemals Haare. »Freut mich, dass es dir gefällt. Wir werden noch öfter hierher kommen.«

Die Haustür ging auf, und Eileen Evans stand vor ihnen. Wenn man genau hinsah, konnte man noch ein paar Hinweise darauf erkennen, wie schön sie einst gewesen sein musste, doch die Verbitterung hatte tiefe Spuren hinterlassen. Ihre ganze Schönheit war auf Dana übergegangen. Neben Eileen stand ein älterer Mann mit freundlichem Gesicht, der sie mit einem breiten Lächeln empfing.

Eileen stürzte auf sie zu und schloss Dana in die Arme.

»Dana, mein Schatz! Und da ist ja auch Kimbal!«

»Mutter .«

»Das ist also die berühmte Dana Evans, was? Ich hab schon meinen sämtlichen Kunden von Ihnen erzählt.« Er wandte sich an Kemal. »Und das ist der Junge.« Er bemerkte, dass Kemal nur einen Arm hatte. »Hey, ihr habt mir ja gar nicht erzählt, dass er ein Krüppel ist.«

Dana stockte das Blut. Sie sah Kemals verstörte Miene.

Peter Tomkins schüttelte den Kopf. »Wenn er bei uns versichert gewesen wäre, bevor das passiert ist, wär’ er jetzt stinkreich.« Er wandte sich zur Tür. »Kommt rein, ihr seid bestimmt hungrig.«



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