
Dana nickte. »Gary Winthrop.«
Gary Winthrop war Amerikas Märchenprinz. Er entstammte einer der bekanntesten Familien des Landes, ein gut aussehender Mann in den besten Jahren mit viel Charisma.
»Er tritt nicht gern in der Öffentlichkeit auf«, sagte Cromwell. »Wie haben Sie ihn dazu bewegen können?«
»Wir haben ein gemeinsames Hobby«, erklärte ihm Dana.
Cromwell furchte die Stirn. »Wirklich?«
»Ja.« Dana lächelte. »Ich gucke mir gern einen Monet oder van Gogh an, und er kauft sie gern. Aber im Ernst - ich habe ihn schon mal interviewt, und wir haben uns angefreundet. Wir bringen einen Bericht über die Pressekonferenz, die er heute Nachmittag gibt. Danach kommt mein Interview.«
»Wunderbar.« Cromwell strahlte.
Die nächste Stunde sprachen sie über die neue Sendung, die die Fernsehgesellschaft plante, ein einstündiges Kriminalmagazin mit dem Titel Alibi, das Dana produzieren und moderieren sollte. Es sollte zweierlei Zwecken dienen: Zum Einen auf Justizirrtümer und Unrecht aufmerksam machen, damit man sie wieder gutmachen konnte, und zum Zweiten das Publikum dazu anhalten, beim Lösen ungeklärter Kriminalfälle mitzuwirken.
»Es gibt jede Menge Magazinsendungen«, warf Matt warnend ein. »Folglich müssen wir besser sein als die anderen. Ich möchte, dass wir mit einem richtigen Hammer anfangen. Irgendwas, was die Zuschauer fesselt und -«
Die Gegensprechanlage summte. Matt Baker drückte eine Taste. »Ich habe doch gesagt, keine Anrufe. Warum -?«
Abbes Stimme drang aus dem Lautsprecher. »Tut mir Leid. Ein Gespräch für Miss Evans. Jemand aus Kemals Schule ist dran. Es klingt dringend.«
Beklommen und mit heftigem Herzklopfen ging Dana ans Telefon. »Hallo ... Ist mit Kemal alles in Ordnung?« Sie hörte einen Moment lang zu. »Aha ... Ich verstehe ... Ja, ich komme gleich vorbei.« Sie legte den Hörer auf.
