
China hörte die Worte, und im ersten Moment weigerte sich ihr Hirn, sie aufzunehmen. Aber sie erinnerte sich; erinnerte sich, wie Cherokee damals mit dem Surfbrett nach Hause gekommen war und triumphierend gerufen hatte:»Matt hat es mir geschenkt!«Und sie erinnerte sich an das, was folgte: Sie war siebzehn Jahre alt gewesen, ungeküsst und unberührt, ohne jede Erfahrung mit jungen Männern, und eines Tages war Matthew Whitecomb gekommen — groß und schüchtern, auf dem Surfbrett ein Ass, aber Mädchen gegenüber ein Tollpatsch — und hatte sie vor Verlegenheit stammelnd gefragt, ob sie einmal mit ihm ausgehen würde. Nur war das nicht Verlegenheit gewesen, sondern das Verlangen danach, die Ware in Besitz zu nehmen, die er ihrem Bruder abgekauft hatte.
«Du hast mich verkauft — «
Cherokee drehte sich herum und sah sie an.»Er findet dich gut im Bett, China. Das ist es. Das ist alles. Weiter nichts.«
«Das glaube ich dir nicht. «Aber ihr Mund war trocken, trockener als ihre Haut sich im heißen Wüstenwind angefühlt hatte, trockener sogar als die ausgedörrte, brüchige Erde, in der die Blumen welkten und die Regenwürmer sich verkrochen.
Sie tastete hinter sich nach dem rostigen Knauf der alten Fliegengittertür und ging ins Haus. Ihr Bruder folgte ihr betreten, sie hörte es an seinem schlurfenden Schritt.
«Ich wollte es dir nicht sagen«, erklärte er.»Es tut mir Leid. Ich wollte es dir niemals sagen.«
«Hau ab!«, erwiderte sie.»Geh einfach weg. Los, geh!«
«Du weißt, dass ich die Wahrheit sage. Du weißt es, weil du schon lange spürst, dass es zwischen euch nicht stimmt, schon eine ganze Weile nicht mehr.«
«Ich weiß nichts Dergleichen«, behauptete sie.
«Doch, du weißt es. Und es ist besser, es zu wissen. Jetzt kannst du ihn gehen lassen. «Er trat hinter sie und legte ihr — ungewohnt zaghaft, wie ihr schien — die Hand auf die Schulter.»Komm mit nach Europa, China«, sagte er leise.»Da wird das Vergessen leichter.«
