«Vergiss es. «Cherokee drängte sich an ihr vorbei und ging wieder ins Haus.

Sie folgte ihm. Aber er machte weder in der Küche noch im Wohnzimmer Halt. Er ging direkt nach vorn durch, zog die Fliegengittertür auf und trat auf die windschiefe Veranda. Erst dort blieb er stehen und sah mit zusammengekniffenen Augen zur hellen, heißen Straße hinaus, wo die Sonne auf die geparkten Autos herunterbrannte und ein Windstoß welkes Laub raschelnd über das Pflaster fegte.

«Ich finde, du solltest mir sagen, worauf du anspielst«, sagte China.»Du hast davon angefangen. Jetzt bring es auch zu Ende.«

«Vergiss es«, sagte er erneut.

«Du hast von jämmerlich gesprochen. Von lächerlich. Von einem Spiel.«

«Das ist mir nur so rausgerutscht«, sagte er.»Ich war sauer.«

«Du triffst Matt doch, wenn er seine Eltern besucht. Und dann redest du auch mit ihm, oder nicht? Was weißt du, Cherokee? Hat er — «Sie wusste nicht, ob sie es wirklich aussprechen konnte, so groß war ihre Angst vor der Gewissheit. Aber da waren seine langen Abwesenheiten, seine Reisen nach New York, seine Absagen. Er lebte zwar in Los Angeles, wenn er nicht auf Reisen war, aber wenn er wirklich einmal zu Hause war, hatte er fast immer so viel zu tun, dass nicht einmal Zeit für ein Wochenende mit ihr blieb. Sie hatte sich einzureden versucht, dass das alles — gemessen an den gemeinsam verbrachten Jahren — keine Bedeutung hatte. Aber ihre Zweifel waren gewachsen, und jetzt standen sie vor ihr und forderten, anerkannt oder verworfen zu werden.

«Hat Matthew eine andere?«, fragte sie ihren Bruder.

Prustend schüttelte er den Kopf. Aber es schien weniger eine Antwort auf ihre Frage zu sein als eine Reaktion auf die Tatsache, dass sie die Frage überhaupt gestellt hatte.

«Fünfzig Dollar und ein Surfbrett hab ich verlangt«, sagte er.»Ich hab für die Ware garantiert — sei einfach nett zu ihr, hab ich gesagt, dann macht sie schon mit — , und daraufhin hat er gezahlt.«



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