
Aber wenn er sein Handy im Hotel gelassen hatte, wieso stand er dann jetzt damit auf der Straße?
«Ich bin auf dem Weg zum Essen«, erklärte er.»Die letzte Besprechung. Des Tages, meine ich.«
Sie hatte den Wagen etwa dreißig Meter von ihrem Haus entfernt in eine freie Lücke eingeparkt. Sie hasste es, im stehenden Auto sitzen zu bleiben, die Klimaanlage des Wagens war zu schwach, um gegen die stickige Hitze im Innern anzukommen. Aber bei Matts letzter Bemerkung wurde die Hitze plötzlich unwichtig und war kaum noch wahrnehmbar. Chinas ganze Aufmerksamkeit war schlagartig auf die Bedeutung seiner Worte konzentriert.
Immerhin hatte sie mittlerweile gelernt, den Mund zu halten, wenn er eine seiner kleinen verbalen Bomben losließ. Früher einmal wäre sie bei einer Bemerkung wie:»Des Tages, meine ich«, wie ein Berserker über ihn hergefallen und hätte versucht, seine Andeutung zu zerpflücken, um ihn festzunageln. Aber im Lauf der Jahre hatte sie begriffen, dass Schweigen ebenso gut wirkte wie Forderungen oder Anschuldigungen. Und es garantierte ihr die überlegene Position, wenn er endlich aussprach, was auszusprechen er hatte vermeiden wollen.
Es kam dann auch in einem Wortschwall:»Also, pass auf, die Situation ist Folgende: Ich muss noch eine Woche hier bleiben. Ich habe die Möglichkeit, mit ein paar Leuten über eine Finanzierung zu reden. Ich muss unbedingt mit ihnen sprechen.«
«Ach, Mensch, Matt, hör doch auf!«
«Nein, wirklich. Hör mir zu, Baby. Diese Typen haben einem Filmemacher von der NYU letztes Jahr ein Vermögen nachgeschmissen. Sie sind auf der Suche nach einem Projekt. Hast du das gehört? Sie sind auf der Suche!«
«Woher weißt du das?«
«Ich hab's gehört.«
«Von wem?«
«Also habe ich angerufen, und es ist mir tatsächlich gelungen, einen Termin zu bekommen. Aber erst am nächsten Donnerstag. Deshalb muss ich bleiben.«
