China schleppte ihre Fotoausrüstung zu dem Tor in diesem Zaun, nachdem sie das Telefongespräch mit Matt beendet hatte.

Die Hitze war hier kaum weniger drückend als draußen in den Hügeln, aber der Wind wehte nicht so stürmisch. Die Palmenblätter knisterten in den Bäumen wie ein Haufen Gebeine, und die Verbene vorn am Zaun, unter der der Boden so trocken war, als wäre er am Morgen nicht gewässert worden, ließ in der weißen Glut müde die lavendelblauen Sternblüten hängen.

Mit den schweren Fototaschen über der Schulter, hob China das schief hängende Tor an und stieß es auf, nichts anderes im Sinn, als sofort den Gartenschlauch zu holen und den Blumen Wasser zu geben. Aber bei dem Anblick, der sich ihr bot, vergaß sie dieses Vorhaben: Ein Mann, der bis auf die Unterhose nackt war, lag bäuchlings mitten auf ihrem Rasen, den Kopf auf ein Bündel aus Bluejeans und verwaschenem gelben T-Shirt gebettet. Schuhe waren nirgends zu sehen, seine Fußsohlen waren schwarz wie die Nacht und die Fersen so schwielig, dass die Haut wie Leder wirkte. Nach dem Sauberkeitsgrad seiner Fesseln und Ellbogen zu urteilen, hielt er nicht viel von Körperpflege. Auf ausreichendes Essen und körperliche Bewegung hingegen schien er durchaus Wert zu legen; er war kräftig gebaut, ohne dick zu sein. Und es war ihm offenbar wichtig, auch genug zu trinken, denn im Augenblick hielt er eine beschlagene Flasche Pellegrino in der Hand.

Ihr Pellegrino, wenn sie nicht alles täuschte. Das Wasser, nach dem sie die ganze Fahrt gelechzt hatte.

Er drehte sich träge herum und blinzelte, halb aufgerichtet auf seinen schmutzigen Ellbogen, zu ihr herauf.»Also, bei dir kann echt jeder ins Haus, China. «Er trank einen ausgiebigen Schluck aus der Flasche.



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