ste von Säuren und Basen ein.

In eine Wirtschaft, ein Cafe? Er verspürte keinen Appetit — er hatte nur Hunger nach Luft und Weite. Langsam ging er die Straße entlang, bog dann ab und spazierte mit langsamen Schritten dem Kölner Stadtwald zu. Dort war es schattig, kleine Weiher mit grünen Bänken an den Ufern luden zum Verweilen ein.

Er ging die Fürst-Pückler-Straße hinab und wollte auf der Kreuzung der Dürener Straße in den breiten Waldweg einbiegen, als er von der gegenüberliegenden Seite einen etwa siebenjährigen Jungen auf einem Tretroller kommen sah.

Der Kleine pfiff ein Liedchen vor sich hin, schien voller Freude und glücklich zu sein. Er lutschte aus der einen Hand ein Vanilleeis, während er mit der anderen die Lenkstange seines Rollers umklammert hielt. So bog er keck um die Ecke, fuhr auf die Fahrbahn und wollte gleichfalls in den Stadtwald einbiegen, als um die Kurve ein Personenauto knirschte und, eng an den rechten Bordstein gepreßt, in die Straße einbog.

Einen Augenblick stand Peter Perthes wie versteinert. Dann riß er die Arme hoch, stürzte vorwärts und schrie:»Zurück! Zurück!«Aber der Junge hatte den Wagen schon gesehen, ließ sein Eis auf die Straße fallen und riß den Roller herum. Dabei glitt er mit dem rechten Fuß auf dem Eis aus, stürzte und rollte mit einem kleinen, beinahe piepsenden Schrei vor die Räder des Autos.

Hell kreischten die Bremsen. Der Wagen schleuderte, krachte gegen den Bordstein und stand dann, unter seinen Rädern der Körper des Jungen. In einer Lache von geschmolzenem Eis lag der Roller.

Mit wenigen Sprüngen war Dr. Perthes an der Unglücksstelle und riß den zitternden Chauffeur zurück, der den verunglückten Jungen unter dem Auto hervorziehen wollte.»Nicht doch!«rief der Arzt.»Wenn er einen Bruch hat, ziehen Sie ihm ja die Knochen auseinander!«Er bückte sich und griff als erstes nach dem Handgelenk des Jungen.»Der Puls ist schwach«, sagte er dann.»Haben Sie einen Wagenheber?«



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