Der Chauffeur stand bebend daneben und wischte sich den kalten Schweiß von der Stirn. Sein Gesicht war totenblaß.»Ich habe keine Schuld!«stammelte er.»Mein Herr, wenn Sie den Unfall gesehen haben… Wirklich, der Junge ist in meinen Wagen hineingerollt! So schnell kann man nicht bremsen. Nie! Und jetzt das!«

Und plötzlich schrie er laut auf und rief:»Der Junge blutet ja!«

Da die Villenstraße an diesem Nachmittag nicht sehr belebt war, standen nur wenige Zuschauer um die Unglücksstelle herum. Sie halfen bereitwillig mit, die Vorderräder des Wagens zu heben, während der Arzt auf den Knien lag und den Jungen langsam und sehr vorsichtig hervorzog. Ein dünner, rhythmisch spritzender Blutstrahl sprang aus dem Arm des ohnmächtigen Jungen.

«Einen Strick! Einen Gürtel! Schnell!«rief Dr. Perthes und drückte seinen Daumen tief auf die Schlagader. Ein Spaziergänger schnallte seinen Gürtel von der Hose ab und reichte ihn dem Arzt.

Schnell und sicher band Dr. Perthes die Schlagader ab und erhob sich dann. Sein Hemd, sein Jackett, seine Hose waren mit Blutspritzern übersät. Er achtete nicht darauf, sondern wandte sich an die Umstehenden:

«Der Junge hat einen Schlagaderriß, er muß sofort versorgt werden! Wissen Sie, ob hier ein Arzt in der Nähe wohnt? Ich möchte ihn nicht eher in die Klinik bringen, bis die Ader sachgemäß abgebunden ist.«

«Gleich um die Ecke, da wohnt ein Arzt«, stammelte der Chauffeur und ließ seinen Blick nicht von dem Jungen, der totenblaß auf der Straße lag.»Wird er sterben.«

«Wenn Sie noch lange herumreden, bestimmt!«Damit hob Dr. Perthes das Kind auf und legte es in den Wagen.»Schnell, fahren Sie uns hin. Worauf warten Sie denn noch?«

«Es ist eine Kinderärztin«, sagte der Chauffeur noch und stieg ein.

«Na, wunderbar! Los, Mann!«

In rasender Fahrt bogen sie um die Ecke und fuhren ein Stück die Dürener Straße entlang. Vor einem neuen Haus hielten sie. Ein weißes Emailleschild leuchtete in der Sonne: >Dr. med. A. Bender,



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